#ROTEKARTE GEGEN HOMO- UND TRANSFEINDLICHKEIT


Liebe Schulgemeinde des MGS,

nach dem Motto „Selbst eine große Tür hat nur einen kleinen Schlüssel nötig“  haben wir heute zu unserer diesjährigen IDAHOBIT (Internationaler Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie) Aktion am MGS eingeladen. Die Regenbogenflagge in all ihren Variationen ist ein Zeichen für Solidarität gegenüber allen Menschen – ganz gleich, welcher Identität oder sexuellen Orientierung sie sich zugehörig fühlen. Um auch an unserer Schule verstärkt und ohne viel Aufwand ein Zeichen für Solidarität zu setzen und unsere gemeinsame offene Haltung sichtbar zu machen, hat die Vielfalts-AG am Freitag den 17.05.2024 in der 1. großen Pause jeder Person aus dem Kollegium „einen kleinen Schlüsselanhänger, der große Wirkung für unser gemeinsames Schulleben hat!“ übergeben. Dieser Schlüsselanhänger soll für jede Person sichtbar am Schlüsselbund sein und zeigt unseren Schüler:innen, dass wir alle ansprechbar und tolerant sind!  Danke an den Förderverein für die Unterstützung. 

Liebe Grüße

Die Vielfalts-AG des MGS und EB 

Wettbewerb um das schönste Heimatfestplakat

„Das sind unglaublich schöne Bilder!“ Das war der einhellige Eindruck von den Entwürfen, die Schwelmer Schülerinnen und Schüler für den Wettbewerb um das schönste Heimatfestplakat eingereicht hatten. Wie attraktiv der Wettbewerb auch nach vielen Jahren noch immer ist, belegt auch die hohe Zahl der Einsendungen – allein 135 sind es in diesem Jahr, während man in den Vorjahren bei Zahlen zwischen 50 bis 60 lag.

In der Sparkasse richteten die Stadtverwaltung und die Sparkasse Schwelm-Sprockhövel traditionell gemeinsam die Siegerehrung für die Kinder aus, die mit ihren Beiträgen die Plätze 1 bis 13 belegt haben. Von allen Seiten gab es viel Lob für die jungen Künstlerinnen und Künstler. Foto: Stadtverwaltung Schwelm / Heike Rudolph


Zahlreiche Entwürfe wurden auch in diesem Jahr wieder von Schülerinnen und Schülern des MGS eingereicht. Mit einer Gemeinschaftsarbeit errangen Marie Ullrich und Lya Gunst den 2. Platz. Die beiden 13-jährigen Mädchen aus der Klasse 7d können sich über ein Preisgeld von 45 Euro freuen.

Den 5. Platz belegten Malina Müller (11) und Mila Kempka (10) aus der Klasse 5d, ebenfalls mit einer Gemeinschaftsarbeit. Die Geschwister Günther – Mika Günther (11) aus der Klasse 5c des Märkischen Gymnasiums Schwelm, Marie Günther (8) aus der Klasse 2a der Grundschule Engelbertstraße sowie Maja Günther (13) aus der Klasse 8a des Märkischen Gymnasiums platzierten sich mit ihrer Gemeinschaftsarbeit auf Rang 13.

„Die Wahl ist uns wirklich schwergefallen“, lobte Bürgermeister Stephan Langhard die Kinder jetzt auf der Siegerehrung, die traditionell von der Stadtverwaltung und Sparkasse Schwelm-Sprockhövel gemeinsam in der Sparkasse ausgerichtet wird. Auch der Sparkassen Vorstandsvorsitzende Christoph Terkuhlen sparte nicht mit anerkennenden Worten für die Mädchen und Jungen, die sich künstlerisch sehr ins Zeug gelegt hatten. Und auch DACHO-Vorsitzender Enzo Caruso zollte den teilnehmenden Kindern große Anerkennung, haben sie mit ihren Werken voller Dynamik und Lebensfreude doch das Wesen des Schwelmer Heimatfestes eindrucksvoll ins Bild gebannt.

Das schönste Motiv des Plakatwettbewerbs wird nun zentral für das Heimatfest werben. Gestaltet hat es die achtjährige Emma Wirthgen aus der Klasse 3b der Katholischen Grundschule St. Marien. Sie hat den 1. Platz errungen und darf sich über 75 Euro Preisgeld freuen.

Ausgezeichnet wurden die Kinder, die mit ihren Beiträgen die Plätze 1 bis 13 belegt haben. Sie haben einen Geldbetrag gewonnen und erhielten darüber hinaus von der Sparkasse kleine Gaben. Für die Kinder, die die ersten drei Plätze belegt haben, gab‘s zudem von der Dacho noch die neue „Dacho“-Ente.

Im Anschluss an die Siegerehrung wurde die Ausstellung der 13 Plakatentwürfe im Foyer der Sparkasse eröffnet, die bis zum 10. Juli während der Öffnungszeit besucht werden kann. Ab dem 11. Juli werden die Bilder im Rathaus (Hauptstraße 14, 2. Obergeschoss) bis zum 6. September ausgestellt werden. 

(Pressemitteilung der Stadt Schwelm vom 14. Mai 2024; Text leicht redigiert)

Stolpersteine erinnern an Schicksal der Familie Marcus

In der Bahnhofsstraße 37 in Schwelm wurden acht Stolpersteine verlegt – in Gedenken an Menschen, die während des Nazi-Regimes Unfassbares erleiden mussten. © WP | Carmen Thomaschewski

Schwelm. Sie wurden vertrieben, ins Konzentrationslager verschleppt und sterben gelassen. Was die Mitglieder der Schwelmer Familie Marcus erleiden mussten:

Arthur Cohn starb 1943 in Schwelm, weil man ihn sterben lassen wollte. Er hatte Tuberkulose, eine Krankheit, die man schon damals hätte heilen können. Doch man verweigerte ihm die lebensrettende Behandlung, weil er Jude war. Seine Frau Erna pflegte ihn, wollte ihn in seinem Leid nicht alleine lassen und wurde von den Nazis ins Konzentrationslager verschleppt, weil auch sie Jüdin war. Damit Schicksale wie diese nicht in Vergessenheit geraten, wurden vor ihrem damaligen Zuhause in Schwelm jetzt Stolpersteine verlegt – um an das Unrecht zu erinnern, das der Familie in der Bahnhofstraße 37 geschah.

Richard Markus (rechts) und Daniela Markus (links) sind aus Berlin angereist, Ellen Marcus (Mitte) aus Austin in Texas. © WP | Carmen Thomaschewski

Insgesamt sind es acht Pflastersteine, die nebeneinander in den Bürgersteig eingelassen wurden. In jeden Stein ist ein Name graviert, der an ein Mitglied der Familie Marcus erinnert. „Alles begann mit Meyer Marcus, er hat das Haus an der Bahnhofstraße 37 im Jahr 1875 gebaut“, erzählt Marc Albano-Müller. Seit Jahren ist er der jüdischen Geschichte in der Stadt auf der Spur, ist maßgeblich dafür verantwortlich, dass sich die Schwelmer mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen. Und er kennt auch die tragische Geschichte der Familie Marcus, die während des Nazi-Regimes Unfassbares erleiden musste.

In der Bahnhofsstraße 37 in Schwelm wurden acht Stolpersteine verlegt – in Gedenken an die Familie Marcus, die während des Naziregimes vertrieben wurde. © WP | Carmen Thomaschewski

„Ich bin die letzte Überlebende dieser Familienlinie“, sagt Ellen Marcus. Es ist der 8. Mai, der Tag, der für das Ende des Krieges steht, für die Befreiung. Dass Ellen Marcus jetzt in Schwelm steht, zeigt, dass es einigen in ihrer Familie gelungen ist, zu fliehen, ihr Leben zu retten. Ellen Marcus ist in Amerika geboren, wohnt in Austin, im amerikanischen Bundesstaat Texas. Doch auch wenn sie so weit weg ist von Schwelm, das Schicksal ihrer Familie lässt sie nicht los. „Es war ihr Wunsch, dass Stolpersteine in Gedenken an ihre Familie verlegt werden“, sagt Marc Albano-Müller. Ellen Marcus zeigt auf die Porträts ihrer Vorfahren, die auf Stellwänden zu sehen sind. Sie erzählt von ihrem Ur-Großvater, der das Haus baute, von ihren Tanten und Onkeln, die alles aufgeben mussten, weil sie von Nazis verfolgt und vertrieben wurden.

Die Menschen, die in dem Haus an der Bahnhofstraße 37 lebten. © WP Schwelm | Denise Ohms Funkegrafik NRW

Mehr als 50 Menschen sind zur Feierstunde gekommen, in der Bürgermeister Stephan Langhard unter anderem davon spricht, wie wichtig es ist, auch in diesen Zeiten an das riesige Unrecht zu erinnern. „Der Holocaust war ein Verbrechen von unvorstellbarem Ausmaß. Damals hat eine Gesellschaft überwiegend die Ausgrenzung, Verfolgung und Ermordung von Menschen mitgetragen, die gerade noch Nachbar, Arbeitskollegin oder Vereinsfreund gewesen waren.“ Er sagt, Ausgrenzung beginne schon im Kleinen und könne schlimme Folgen haben. „Wir müssen Grenzen aufzeigen und Nein sagen.“ 

Und auch die Schülerinnen und Schüler des Arbeitskreises Stolpersteine des Märkischen Gymnasiums kommen zu Wort, zeichnen eindringlich die einzelnen Lebenswege der Familie Marcus auf, erinnern an Menschen wie Erna Marcus, die Arthur Cohn heiratete und ihn viel zu früh verlor. Die Frau, die 1943 in die KZs in Theresienstadt und Auschwitz gebracht wurde und das Martyrium überlebte. Sie begann in New York ein neues Leben, folgte den anderen Vertriebenen ihrer Familie. „Mein Vater hat viel von ihr erzählt“, sagt Ellen Marcus heute. Sie fühlt sich aber nicht nur mit Erna verbunden, sondern mit allen, die ihr altes Leben in Schwelm hinter sich lassen mussten, um ihr Leben zu retten.

Bürgermeister Stephan Langhard hielt eine Rede, Schüler des Märkischen Gymnasiums waren ebenfalls vor Ort. © WP | Carmen Thomaschewski

Während ihrer Nachforschungen hat sie aber auch Familienmitglieder gefunden, von denen sie nichts wusste – wie Richard und Daniela Markus. „Aus dem C im Nachnamen wurde in all den Jahren ein K“, sagt Richard Markus, der dankbar dafür ist, dass die Recherchen in Schwelm ihn mit Ellen Marcus zusammengebracht haben. Seiner Cousine 4. Grades. Es sei ein besonderer Moment für ihn, dabei zu sein, wenn seiner Familie in Schwelm gedacht wird.

Schüler des Gymnasiums haben die Steine vor der Bahnhofsstraße 37 in Schwelm in den Boden eingelassen. © WP | Carmen Thomaschewski

Finanziert wird die Aktion zur einen Hälfte vom Verein für Heimatkunde und zur anderen Hälfte von der Wilhelm-Erfurt-Stiftung. Um alles andere kümmerte sich Marc Albano-Müller. Er erklärt, dass nicht nur an die Familie Marcus erinnert wird, an die beiden Brüder, die mit ihren Familien im Haus in Schwelm wohnten, und an deren Kinder, sondern auch an Immanuel Ehrlich. Auch er lebte in dem Haus an der Bahnhofsstraße. Während es die meisten in dem Haus schafften, dem Naziregime zu entkommen, wurde der jüdische Religionslehrer 1942 im KZ ermordet. In Gedenken an ihn wurde vor einigen Jahren bereits der Immanuel-Ehrlich-Platz in der Kirchstraße in Schwelm eingeweiht.

Die Stolpersteine wurden vom Künstler Gunter Demnig gestaltet und sind nicht die ersten in Schwelm. Vier Pflastersteine mit Gedenktafeln sind der Familie Herz in der Kölner Straße 3 gewidmet. Zwei weitere Steine, die an das Schicksal der Juden in Schwelm erinnern, sind in der Wilhelmstraße 25 zu finden, dort, wo Familie Wassertrüdinger lebte. Jetzt gibt es acht weitere Stolpersteine, gegen das Vergessen. In der Hoffnung, dass das, was Arthur und Erna, und die anderen Familienmitglieder ertragen mussten, nie wieder passiert.

[WR, 10. Mai 2024; Text: Carmen Thomaschewski]

Girlsˋ and Boysˋ Day

Abschlussfoto zum Girls’ und Boys‘ Day mit (1. Reihe v.l.): Leonard, Nicole, Kimberly, Paulina, Leni, Lena, Nele und (2. Reihe v.l.) Lina Feder (stellv. Gleichstellungsbeauftragte), Laura Pagenkämper (stellv. Auszubildendenvertretung) und Sema Ertop (Ausbildungsleiterin) sowie Bürgermeister Stephan Langhard. Foto: Stadtverwaltung Schwelm / Gregor Wessely

Am Girls‘ und Boys‘ Day wird traditionell getauscht. Mädchen erhalten die Gelegenheit, in sogenannte „Männerberufe“ reinzuschnuppern. Die Jungen schauen sich Arbeitsfelder an, die eher von Frauen gewählt werden. 

In diesem Jahr nahmen Nicole, Leonard und Sirin, die eigentlich die 8. Klasse des MGS besuchen, mit weiteren fünf Schülerinnen und Schüler verschiedener Schulen des Ennepe-Ruhr-Kreises am Angebot der Stadt Schwelm teil. 

Die sechs Mädchen der Gruppe hatten sich für eher handwerkliche Aufgaben beim Technischen Immobilienmanagement der Stadtverwaltung und den Technischen Betrieben entschieden, während die beiden Jungen sich als Erzieher in der städtischen Kita am Mühlenweg ausprobieren wollten.

Für Nicole ging es an diesem Tag zum City Team, das der Abteilung Abfallwirtschaft/Straßenreinigung der TBS zugeordnet ist. Beim City Team stand das Säubern der Schwelmer Fußgängerzone auf dem Programm. Dabei wurde Nicole unter anderem gezeigt, wie die Papierkörbe geleert werden. Die Beete wurden für ein schöneres Stadtbild von Unkraut und Wildaufwuchs befreit; außerdem wurde das Bahnhofsumfeld gesäubert. 

Für Leonard und Sirin startete der Tag in der Kita am Mühlenweg. Dort halfen sie den Erzieherinnen vor Ort und betreuten die Kinder beim Spielen und bei verschiedenen Projekten. „Eine Arbeit, die viel Spaß gemacht hat, aber auch sehr anstrengend war“, berichtete Leonard später in der gemeinsamen Abschlussrunde.

Zum Abschluss des Tages wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Bürgermeister Stephan Langhard im Rathaus empfangen. Bei leckerer Pizza sprachen die Schülerinnen und Schüler über ihre Eindrücke und Erfahrungen. Ob im technisch-handwerklichen Bereich oder bei der Betreuung von Kindern: Das gewonnene Wissen und die für sie durchaus nicht so alltäglichen Tätigkeiten hinterließen bei den Jungen und Mädchen spannende Einblicke, die für die spätere Berufswahl durchaus hilfreich sein können.   

Zum Abschluss überreichte Bürgermeister Stephan Langhard den Mädchen und Jungen noch eine Urkunde und ein kleines Geschenk. Das Stadtoberhaupt wünschte ihnen alles Gute für die Zukunft und warb beim Berufsnachwuchs für eine Laufbahn in den verschiedenen städtischen Arbeitsbereichen.

(Pressemitteilung der Stadt Schwelm vom 6. Mai 2024; Text leicht gekürzt)

Tankbank für Amberbaum auf dem Mittelbau-Schulhof

Kurz ausruhen, sich hinsetzen und die frische Luft genießen. Das macht jede/r Schüler/in in der Pause gern. Bänke und Sitzmöglichkeiten sind attraktiv, fehlen jedoch oft auf dem Pausenhof. Eine Bewässerungsbank (Tankbank) löst das Problem der fehlenden Sitzmöglichkeiten und bietet gleichzeitig eine ausreichende Versorgung umliegender Pflanzen mit Wasser.

Ein Amberbaum, eingerahmt von insektenfreundlichen Stauden, wertet jetzt auf dem Schulgelände den Mittelbau-Schulhof auf. Zusammen mit einer Tankbank ist ein schöner, nachhaltiger Rückzugsort entstanden. Unterstützt wurde dieses wertvolle Projekt vom Rotary Club Gevelsberg.

Sensibilisierung und Stärkung der sozialen Kompetenzen – Zweite Einheit des Anti-Mobbing-Projekts 

Im April führte Maria Urban, unsere Schulsozialarbeiterin am MGS, die zweite Einheit des Anti-Mobbing-Projekts für alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 6 durch. Das Projekt fand in Kooperation mit dem Jugendzentrum unter der Leitung von Jens Barnstein statt. 

Neben der Vermittlung zentraler Informationen geht es bei dem Projekt vor allem um die Sensibilisierung für dieses Thema, die verschiedenen Rollen, Dynamiken und Befindlichkeiten, die damit einhergehen. Das Projekt zielt darauf ab, die Schülerinnen und Schüler für das Thema Mobbing zu sensibilisieren und ihre sozialen Kompetenzen zu stärken.

Daher war es den Veranstaltern wichtig, kein festgelegtes Programm „abzuarbeiten“. Vielmehr ging es darum, einfühlsam zu erkennen, wo eine Klasse gemeinsam steht und welche Themen sie beschäftigt. Dabei konnte es sich um Mobbing handeln, aber auch um angrenzende Themen wie Medienkompetenz, Streitigkeiten, Beleidigungen und die Lautstärke im Klassenverband. Ziel war es, die Klassengemeinschaft durch die Stärkung der individuellen sozialen Kompetenzen zu fördern.

Um dieses Ziel zu erreichen, wurden verschiedene Aktivitäten angeboten. Dazu gehörten Kooperationsspiele, die den Teamgeist fördern und die Schüler dazu anregen, gemeinsam Lösungen zu finden. Es wurden auch kurze Videoclips gezeigt, die verschiedene Aspekte von Mobbing und anderen relevanten Themen beleuchteten. Im anschließenden Gespräch miteinander, so Maria Urban, seien zunächst alle Meinungen erlaubt und hätten ihren Platz, nur so könne die Klasse zu ihren persönlichen und produktiven Lösungswegen kommen.

Wetterbeobachtungen des Differenzierungskurs Geowissenschaften

Seit einigen Wochen befassen sie die Neuntklässler*innen des Differenzierungskurs Geowissenschaften mit dem Wetter. Dazu wurden einfach Messgeräte nachgebaut, um die Funktion zu verstehen, mit modernen Messgeräten wurden Messungen durchgeführt und über eine Woche wurden Temperaturen, Niederschläge, die relative Luftfeuchtigkeit, Windstärke und -richtung sowie die Beleuchtungsstärke aufgezeichnet. Dazu erstellten die Schüler*innen Facharbeiten in einer StoryMap mit ArcGIS Online, in die auch selbst erstellte Karten und Diagramme Einzug fanden. Im folgenden sind die drei gelungensten StoryMaps des Kurses abrufbar.

Ronja und Mathilde beschäftigten sich mit der Luftfeuchtigkeit:

https://storymaps.arcgis.com/stories/415d0d8f73c049a2b5e51d30bba68ed0

Jan und Simon hatten ebenfalls das Thema Luftfeuchtigkeit: 

https://storymaps.arcgis.com/stories/391216b9296f44e3884abbc550fd79ec

Lotta arbeitete zum Niederschlag:

https://storymaps.arcgis.com/stories/f4c7071e5f22424986c53af9d43537d5

Bau von einfachen Thermometern:

Diagramm zur Messung der Beleuchtungsstärke:

Selbst gebautes einfaches Barometer:

Gymnasium Schwelm: „Das kann nur eine Übergangslösung sein“ 

Von Alisa Schumann

Die Turnhalle des Märkischen Gymnasiums in Schwelm wird seit Ende Januar mit einem Trennvorhang geteilt, damit Sportunterricht parallel stattfinden kann. Der Vorhang wird bei Bedarf bis zum Boden heruntergefahren. Für die Schule eine unbefriedigende Lösung. © Alisa Schumann | Alisa Schumann 

Schwelm. Die Sporthalle des Märkischen Gymnasiums Schwelm wird für Parallel-Stunden mit einem Vorhang getrennt. In der Schule sorgt das für Unmut.

Seit Ende Januar wird die Sporthalle des Märkischen Gymnasiums in Schwelm (MGS) durch einen in der Mitte eingebauten Vorhang in zwei Hälften geteilt. Dadurch können doppelt so viele Sport-Stunden durchgeführt werden. Der Unterricht läuft dann parallel. Der Bedarf ist aufgrund einer hohen Schülerzahl und der Abschaffung von G8 da. Doch glücklich über diese Lösung ist am Gymnasium niemand. „Das kann nur eine Übergangslösung sein“, macht Schulleiterin Katharina Vogt deutlich. Sie fordert nach wie vor den Neubau einer zusätzlichen Sporthalle.

Die stellvertretende Rektorin des Gymnasiums, Anita Neumann-Adolphs, gab in der Sitzung des Schulausschusses Ende Februar einen Sachstand durch, wie es nun mit dem Vorhang funktioniere und ob das Gymnasium Bedarfe habe, auf die Dreifeldhalle Schwelm-Arena auszuweichen. Das Thema griff Brigitta Gießwein (Grüne) noch einmal im Liegenschaftsausschuss auf. Es stünde zwar nicht auf der öffentlichen Tagesordnung, doch Gießwein bat die Verwaltung, noch im öffentlichen Sitzungsteil etwas dazu zu sagen.

Baudezernent Ralf Schweinsberg erklärte, dass Anita Neumann-Adolphs im Schulausschuss mitgeteilt habe, dass der Vorhang in der Mitte der Halle „unheimlich hilft“. Sportunterricht in der Schwelm-Arena sei für das Gymnasium nicht zielführend. „Außer in kleineren Teilbereichen. So ist es mir aus dem Schulausschuss berichtet worden“, sagte Schweinsberg. Auch nach Einschätzung der Bezirksregierung könnten die Bedarfe des vorgegebenen Schulsportes durch den Vorhang erfüllt werden. „Die Schulleitung hat gesagt, sie kann damit leben.“

Fragt man beim Gymnasium nach, klingt das ganz anders. Schulleiterin Katharina Vogt und ihre Stellvertreterin Anita Neumann-Adolphs machen im Gespräch mit dieser Redaktion deutlich: „Wir brauchen eine neue zweite Halle.“

Über die Tribüne schallt es von einem Bereich in den anderen. Die enorme Geräuschkulisse bei parallel stattfindenden Sportstunden sei sehr störend. © Alisa Schumann | Alisa Schumann 

„Es ist Sportunterricht im Großen und Ganzen möglich – durch die Teilung auch in einem größeren Umfang als zuvor. Das ist das Positive“, sagt MGS-Rektorin Katharina Vogt. Das Negative sei jedoch, dass die Räume aber nicht, wie eine klassische teilbare Turnhalle, darauf ausgerichtet seien. „Das zeigt sich unter anderem an den auf den Boden aufgebrachten Linien, die für bestimmte Ballspiele notwendig sind. Die sind aber nicht in beiden Hallenhälften aufgetragen“, sagt Vogt. Anita Neumann-Adolphs ergänzt, dass die Linien auch nicht so einfach in den jeweiligen Hallenhälften nachgetragen werden könnten, weil sie dann zu Verwirrungen führen, wenn die Halle auch für den Vereinssport genutzt wird.

Entsprechende Löcher im Boden würden fehlen, um in beiden Hälften Tore oder Körbe fest aufzustellen. „Und selbst wenn man mobile Körbe anschaffen würde, gibt es keine Lagermöglichkeiten“, sagt Neumann-Adolphs. Die beiden Hallenhälften würden derzeit aus einem Lager versorgt, nötiges Equipment ständig von einer Hälfte zur anderen geräumt, was den Unterrichtsverlauf störe. „Gleichzeitig in beiden Hälften Geräteturnen anzubieten, ist nicht möglich, weil wir nicht das Material dafür haben. Und wenn wir es hätten, könnten wir es nicht lagern.“

Auch die Umkleideräume seien nicht auf zwei Klassen gleichzeitig ausgelegt. Außerdem sei die Lärmbelästigung riesig. Katharina Vogt: „Das ist keine Kleinigkeit. Die Tribüne wird oben nicht abgetrennt, der Schall kommt permanent von einer Hallenhälfte zur anderen.“

Neumann-Adolphs berichtet, dass sie im Schulausschuss gesagt habe, dass es eine Kompromisslösung sei. „Wenn wir es aufs Minimum beschränken und Sportunterricht nach Stundentafel erteilen, geht es.“ Doch mit welcher Qualität und unter welchen Bedingungen er stattfindet, stehe auf einem ganz anderen Blatt. „Denn das ist tatsächlich nicht zufriedenstellend.“ Es sei weiterhin notwendig, dass das Gymnasium eine neue Sporthalle erhalte.

„Um es kurz zu machen: Die Halle ist auf eine Doppel-Bespielung so nicht ausgelegt“, sagt Katharina Vogt. Die Schulleiterin ärgert sich, dass die Stadt Schwelm, die einen Verein wie die „EN Baskets“ immer hochhalte, den Schulsport aber – der eine sportliche Früherziehung sei – so stiefmütterlich behandele.

Die Entwicklung sportlicher Qualifikationen und Interessen hänge auch von guten Rahmenbedingungen ab. Moderner Sportunterricht beinhalte heute „Lernen durch Lehren“, wo Schüler zum Beispiel auch selbst Unterrichtsinhalte aufbereiten. „Da werden moderne Medien eingesetzt und das braucht Ruhe. Der Unterricht hat auch ganz hohe kognitive und reflexive Anteile. Das ist unter solchen Bedingungen nicht zu leisten“, sagt Katharina Vogt.

Katharina Vogt ergänzt, dass die Sport-Lehrerinnen und -Lehrer sehr flexibel und absprache-orientiert seien. „Und sehr leidensfähig“, ergänzt Vogt. Das gelte auch für die Schüler. Dass es jetzt offensichtlich völlig von der Tagesordnung verschwunden sei, dass das Gymnasium eine neue Halle erhalte, findet Vogt traurig.

Aufgrund der kleineren Flächen der geteilten Turnhallenabschnitte sind Ballsportarten wie Basketball nicht möglich. © Alisa Schumann | Alisa Schumann 

Mirjam Kaik, selbst Sport-Lehrerin am MGS, berichtet von ihren Erfahrungen aus dem parallel stattfindenden Sportunterricht: „Irgendwie läuft es, aber die Situation ist nicht befriedigend. Wir müssen uns permanent absprechen, wir müssen Material hin- und herbringen, dann muss der Vorhang hoch- und runtergefahren werden. Dadurch ist es sehr unruhig.“

Die Idee sei ja eigentlich, dass die Schülerinnen und Schüler an Sport und Bewegung herangeführt und dafür begeistert werden sollen. „Das ist nun schwieriger, als sowieso schon.“ Und den Lärm merke man deutlich. „Wenn nebenan eine fünfte Klasse Sport hat und ich unterrichte eine Oberstufe, muss ich mit den Schülern in die hinterste Ecke gehen und lauter sprechen. Teilweise können die Schüler in Gesprächsphasen gar nicht verstehen, was die Mitschüler sagen.“ Für alle Beteiligten sei das unbefriedigend. „Die Schüler murren auch jedes Mal, wenn sie mit einer Klasse parallel Unterricht haben. Für alle ist das ein Rückschritt.“

Katharina Vogt erklärt darüber hinaus, dass auch andere bauliche Mängel am Gymnasium dringend behoben werden müssten. „Wir haben einen Klassenraum, in den es seit mehreren Jahren reinregnet. Da stehen Eimer drin und den haben wir zeitweise nicht genutzt.“ Eine Schimmelbildung bestehe zwar nicht, aber die Stadtverwaltung habe nun entschieden, dass das undichte Dach nicht repariert wird, weil die Stadt kein Geld habe. „Das ist uns so zugetragen worden. Und wir haben den Hinweis erhalten, dass es das im Jugendzentrum auch gebe. Aber da ist der kleine, aber ganz entscheidende Unterschied, dass es eine Schulpflicht gibt, aber keine Pflicht zum Besuchen eines Jugendzentrums.“ Dass solche Mängel nicht behoben werden, darüber zeigt sich Katharina Vogt sehr erstaunt.

(Quelle: Westfälische Rundschau, 15. März. 2024; Text: Alicia Schumann)

Bilinguales Lesevergnügen 

Am 19. März 2024 war der deutsch-französische Autor Jean-Philippe Devise zu Gast am Märkischen Gymnasium Schwelm. Devise, der sowohl Geschichten schreibt als auch übersetzt, hielt drei bilinguale Lesungen für die Schüler*innen der Französischgruppen in den Jahrgangsstufen 7 bis 10 ab.

Devise las mit seiner humorvollen Art aus seinem Kurzgeschichtenband „Un Détour“, der zwei Liebesgeschichten beinhaltet, in denen sich die Protagonistinnen aus unglücklichen Beziehungen befreien. Dabei strahlte er jedes Mal eine mitreißende Freude beim Erzählen seiner Geschichten aus. Dies kam vor allem zur Geltung, als er die Figuren seiner Geschichten verkörperte und dabei zwischen den Rollen hin und her sprang. Obwohl das Thema auf den ersten Blick für die jüngeren Schüler ungeeignet erscheinen mag, gelang es Devise, die Lesung altersgerecht und interaktiv zu gestalten. Er unterbrach die Lesung mehrmals, um Vokabeln zu erklären und die Meinungen der Schüler*innen einzuholen, wodurch er die Schülerinnen und Schüler aktiv in das Geschehen einbezog.

Die Reaktionen der Schüler*innen auf die Lesungen waren durchweg positiv. Sie schätzten die Möglichkeit, einen echten Autoren kennenzulernen und einen Einblick in seine Arbeit zu bekommen. Die Lesungen waren nicht nur eine Bereicherung für den Französischunterricht, sondern boten allen auch die Möglichkeit, über Themen wie Liebe und Beziehungen nachzudenken.

Das MGS bedankt sich bei Jean-Philippe Devise für seinen Besuch und seine inspirierenden Lesungen. Wir freuen uns darauf, ihn in der Zukunft erneut an unserer Schule begrüßen zu dürfen.

Schwelm trauert um Dr. Hans Graf (94)

Dr. Hans Graf, Direktor des Märkischen Gymnasiums, ist im Alter von 94 Jahren verstorben. © WP | Bernd Richter 

Dr. Hans Graf war mehr als 20 Jahre lang Direktor des Märkischen Gymnasiums Schwelm. Der beliebte Pädagoge und Rotarier ist nun verstorben.

Auch nach Jahrzehnten erkannte Dr. Hans Graf seine viele tausend Schüler wieder. Wer einmal bei ihm durch das Abitur gegangen war, der konnte sich sicher sein, dass der ehemalige Direktor des Märkischen Gymnasiums Schwelm ihn in der Stadt mit Namen grüßte und ein Pläuschchen hielt. Nicht zuletzt das machte den visionären Pädagogen bei seinen Schülerinnen und Schülern so beliebt. Nicht nur sie trauern um Dr. Hans Graf, der nun im Alter von 94 Jahren verstorben ist.

Als Hans Graf seinen Posten als MGS-Direktor im Jahr 1970 antritt, befindet sich die Welt im Umbruch. Die 68er-Generation steckt mitten in ihrem Kampf für Liberalisierung und schiebt vor vielen anderen Dingen Reformen im Bildungssystem an. Sie streiten für zeitgemäße Lerninhalte, soziale Chancengleichheit im Bildungswesen, bessere Lernbedingungen und den Austausch von Lehrkräften mit NS-Vergangenheit. Dr. Hans Graf musste sich den Systemveränderungen auch gegen Widerstände aus dem eigenen Kollegium stellen.

Mit Zugewandtheit, Offenheit, einer realistischen Einschätzung, einer positiv-optimistischen Grundhaltung und klaren Zielen vor Augen hatte er stets Verbesserungen für seine Schüler im Blick. Er nahm den Weg für ein Ziel, von dem er überzeugt war, gern in Kauf und beschritt ihn auf die Art und Weise, dass er andere Menschen überzeugte anstatt zu befehligen. Eigenschaften, die sehr dazu beigetragen haben, dass ihn seine Weggefährten stets hochgeschätzt haben.

Insgesamt 23 Jahre – bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1993 – blieb Dr. Hans Graf Leiter des Schwelmer Gymnasiums. Während dieser Zeit lag es unter anderem auch an ihm, die Oberstufenreform umzusetzen und das heute noch geltende Kurssystem am MGS erfolgreich einzuführen. Ein besonderes Anliegen war es ihm stets, die Schule und die Wirtschaft zusammenzubringen, um den Jungen und Mädchen, die das Schwelmer Bildungsinstitut mit dem Reifezeugnis in der Tasche verließen, in gute Positionen für ihr späteres Berufsleben zu bringen. Weit über seine Pensionierung hinaus verfolgter der Pädagoge noch mit viel Herzblut, wie sich das Schwelmer Gymnasium und die deutsche Schullandschaft generell entwickelten.

Seine soziale Ader – und seine berufliche Stellung – führten ihn nur ein Jahr nach seinem Antritt als MGS-Direktor auch zum Rotary Club Gevelsberg, dem er mehr als 50 Jahre bis zu seinem Tode treu geblieben war. Bereits zuvor war der gebürtige Dortmunder fast zehn Jahre Rotarier. Der Gevelsberger Rotary Club gedenkt eines seiner längjährigsten Mitglieder wie folgt: „Hans Graf wurde 1963 als Rotarier im Rotary Club Berleburg-Laasphe aufgenommen. Mit seiner Versetzung ist er 1971 in unseren Club eingetreten. Er war im rotarischen Jahr 1981/1982 unser Präsident. Aufgrund seines außerordentlichen Engagements für unseren Club wurde ihm die Anerkennung als Paul-Harris-Fellow erteilt. Er war uns über 53 Jahre ein treuer und aufrichtiger Freund, der das Clubleben mit seinen Vorträgen und wertvollen Impulsen bereichert hat. Wir haben einen hoch geschätzten Freund verloren und trauern mit seiner Familie.“

Die Trauerfeier zur anschließenden Urnenbeisetzung für Dr. Hans Graf, der am 23. März verstorben ist, wird am Freitag, 12. April, um 10.30 Uhr in der Trauerhalle des Friedhofs an der Oehde, Barmer Straße 56a in Schwelm, stattfinden. Er hinterlässt seine beide Söhne Bernhard und Werner mit ihren Familien, die darum bitten, von Blumen abzusehen. Stattdessen erbitten sie – sicherlich voll und ganz im Sinne von Dr. Hans Graf – Spenden für den Förderverein des Schwelmer Gymnasiums. So tut Hans Graf auch über seinen Tod hinaus noch etwas Gutes für die Jungen und Mädchen, die am MGS für das Leben vorbereitet werden.

(Quelle: Westfälische Rundschau, 8. April 2024; Text: Stefan Scherer, Redaktionsleiter)