Stolpersteingruppe Gymnasium
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Bürgermeister: „Geplante Untat war Mord“
Verlegung von Stolpersteinen in der Wilhelmstraße zum Gedenken an die Familie Wassertrüdinger.
Schwelm. Seit viereinhalb Jahren gehen Schüler und Lehrer des Märkischen Gymnasiums den Spuren jüdischer Familien in Schwelm während der NS-Zeit nach. Im Sinne des Gedenkens und Mahnens erinnern sie an ein dunkles Kapitel auch der Schwelmer Vergangenheit. Schon im Dezember 2006 hatte diese „Stolpersteingruppe“ vor dem Haus Kölner Straße 3 zum Gedenken an die jüdische Familie Herz zwei Stolpersteine verlegen lassen.
Über eineinhalb Jahre haben die Mitglieder darauf hingearbeitet, mit zwei weiteren Steinen an das jüdische Ehepaar Joseph und Betty Wassertrüdiger zu erinnern, die im Haus Wilhelmstraße 25 lebten und Opfer der Nationalsozialisten wurden. Die Lehrerin Gabriele Czarnetzki hält Kontakt zu Verwandten von Betty Wassertrüdiger, auf die sie nach Recherchen in Hamburg gestoßen war.
Joseph Wassertrüdiger (1866-1939) war Inhaber und Geschäftsführer der Gummiband-Fabrik „Thoren, Reichert & Co.“, seine Frau Betty (1873-1943) eine Verwandte des Dichters Jakob Wassermann. Joseph Wassertrüdiger wurde 1939 ins Konzentrationslager Sachsenhausen verschleppt und starb nach seiner Rückkehr an den Folgen der erlittenen Misshandlungen. Betty Wassertrüdiger wurde 1942 in einen Transport gezwungen, der in das KZ Theresienstadt führte. Ihr Tod datiert auf das Jahr 1943. Bürgermeister Jochen Stobbe: „Was man diesen Menschen angetan hat war geplante Untat, war Mord!“
Die Stolpersteine wurden unter großer Anteilnahme der Schwelmer Bevölkerung von Gunter Demnig, dem Initiator der Stolperstein-Bewegung, in den Gehsteig vor dem Haus Wilhelmstraße 25 gemauert. Anwesend waren auch Schwelms Ehrenbürger Wilhelm Erfurt und die Leiterin der Begegnungsstätte Alte Synagoge in Wuppertal-Elberfeld, Dr. Ulrike Schrader.
Der Bürgermeister: „Wir können diesen beiden Menschen ihr Leben nicht wiedergeben. Aber wir können uns an sie erinnern. Über ihren Tod hinaus gewinnen sie wieder Gestalt, werden sie wieder wichtig für uns.“
