Start ins Studium schon vor dem Abi
Sie sind hier
Schwelm. Sie ist mit den Molekülen einer Doppelhelix auf Du und berechnet die Molmasse eines Stoffes wahrscheinlich im Schlaf. Ihr naturwissenschaftliches Talent stellte Mirjam Meißner bereits bei der Chemie- und Biologie-Olympiade oder bei „Jugend forscht“ unter Beweis. Jetzt beschäftigte sich die 18-jährige Abiturientin des Märkischen Gymnasiums mit Ware, Geld und Kapital – kurz: mit der Wirtschaft. Und auch das wieder mit herausragendem Erfolg.
Bei dem Begabtenförderprogramm Wirtschaft der Hochschule für Ökonomie und Management (FOM) erhielt sie ein Stipendium der Claussen-Simon-Stiftung. Das Programm ermöglicht es Oberstufenschülern, bereits während der Schule ein wirtschaftliches Studium aufzugreifen. Dass die Abiturientin am Ende im Auswahlseminar des Programms landete, hat sie allerdings ein wenig überrascht. „Es war ein wenig hektisch, weil ich erst gerade von einer Sprachreise aus Madrid zurückkam“, erzählt Mirjam Meißner. Da das Auswahlseminar nicht mal eben um die Ecke, sondern in Hamburg stattfand, mussten schleunigst neue Flüge gebucht werden. Schließlich setzte sie sich bei den verbliebenen 22 von ursprünglich 500 Programmteilnehmern durch und erhielt das Stipendium.
„Wir mussten an einer schriftlichen Arbeit, einer Art IQ-Test teilnehmen, es fanden psychologische Gespräche statt, wir mussten Planbeispiele erstellen und nachgestellte Vorstandssitzungen durchlaufen“, erzählt die Stipendiatin über die Prüfungsinhalte. Ihr Studium, das sie parallel zum Abi durchzieht, beginnt in diesem Monat. Dazu muss sie sich zwei Mal im Jahr an sozialen Projekten beteiligen.
Ihr eigentliches Ziel, das Studium der molekularen Bio-Medizin, hat Mirjam Meißner aber nicht aus den Augen verloren. „An der FOM kann ich mein Studium auch nach dem Abi fortsetzen“, sagt sie. „Wahrscheinlich werde ich auch beides beibehalten.“
Auf die Frage, wie es mit der Doppelbelastung von Abitur und Studium aussieht, zeigt sich die Schwelmerin selbstbewusst. „Die Schule geht natürlich vor, aber ich werde das schon schaffen, da mache ich mir keine Gedanken.“
Schwelm, 01.09.2010, Biastian Haumann