Schwelmer Gymnasiasten kämpfen für Regenwald in Peru

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Westfalenpost vom 10.02.2017

Die Zusammenarbeit zwischen dem Märkischen Gymnasium und Chance e.V. ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Beide Institutionen engagieren sich für die nachhaltige, ganzheitliche und partnerschaftliche Entwicklung von Indianergemeinschaften im peruanischen Amazonasgebiet. Schon seit längerem hat die Schülerschaft der Unter- und Mittelstufe, unterstützt durch Chance e. V. und die Lehrerin Stefani Jokisch die Patenschaften von 13 Kindern aus den Dörfern der Region um Villa Rica übernommen.

100 Hektar vor Zerstörung bewahrt

„Vor einigen Monaten hatte ich die Gelegenheit, einige der Patenkinder unserer Schule in ihren Dörfern zu besuchen. Dort ist mir klar geworden, wie erstrebenswert es ist die indianischen Dorfgemeinschaften dabei zu unterstützen ihren Lebensstil, im Einklang mit der Natur des Regenwaldes, gegen zerstörerische Einflüsse von außen zu schützen“ berichtet Dr. Robert Wieczorek.

Zurück in Schwelm konnte er gemeinsam mit seinem Kollegen Christian Brand die Oberstufe des Gymnasiums dafür gewinnen, genug Spenden zu sammeln, um insgesamt 100 Hektar Regenwald ein Jahr lang vor der Zerstörung zu bewahren.

Chance e. V., dessen Gründer und Vorsitzender Jens Bergmann auch einmal Schüler des Schwelmer Gymnasiums war, ist durch die finanzielle Unterstützung in der Lage die Wälder der Indianer auf Dauer juristisch gegen illegale und korrupte Landräuber zu verteidigen.

So hat Chance e.V. beim peruanischen Staat beantragt, dass ihm fast 30.000 Hektar Wald übertragen werden, um diesen langfristig schützen zu können. „Natürlich ist das ein sehr komplexes Unterfangen, aber seit unser Verein im Dezember sogar den peruanischen Präsidenten und den Ministerrat dazu bewegen konnte, einen Erlass zu veröffentlichen, der diese Art des Naturschutzes vorantreibt, sind wir einen guten Schritt weiter,“ erklärt Jens Bergmann.

Die Zeit drängt, denn durch Holzeinschlag, Brandrodung und Klimawandel könnte die ganze Provinz Oxapampa in zehn Jahren schon komplett entwaldet sein, mit katastrophalen Folgen für Landwirtschaft, Trinkwasserversorgung und das Klima.