Schule in Schwelm setzt ein Zeichen für Toleranz

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Westfalenpost vom 12.07.2017

Das Märkische Gymnasium wird Projektschule. In Zusammenarbeit mit der Initiative „Schule der Vielfalt“ gehen Schüler und Lehrer gegen sexuelle Diskriminierung vor

Ein Zeichen für Offenheit und Toleranz: Dem Märkischen Gymnasium wurde am gestrigen Dienstag die Plakette „Come in - Wir sind offen“ der beim Land angesiedelten Fachberatungsstelle „Schule der Vielfalt“ verliehen. Das Projekt ist von verschiedenen Lesben- und Schwulenverbänden in Nordrhein-Westfalen in Kooperation mit dem Schulministerium ins Leben gerufen worden und beschäftigt sich mit der Prävention von Diskriminierung - insbesondere von sexueller Diskriminierung.

Aktionen gegen Diskriminierung

Das Märkische Gymnasium verpflichtet sich nun als Projektschule ab sofort dazu, Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen gezielt für das Thema zu sensibilisieren. Ziel des Projekts ist es, sowohl offen ausgesprochene als auch nur indirekt wahrgenommene Vorurteile zu revidieren, sich unbewusste Diskriminierung - etwa durch einen unüberlegten Sprachgebrauch, bewusst zu machen und die Schüler schon möglichst früh auf das Thema aufmerksam zu machen.

„Konkret geht es bei dem Projekt darum, ein Schulklima zu schaffen, in dem sich alle Schülerinnen und Schüler wohlfühlen können. Auch diejenigen, die schwul, lesbisch, bi- oder transsexuell sind“, erklärt der Projektkoordinator der Fachberatungsstelle, Frank Pohl, der die Plakette am Morgen an Schulleiterin Katharina Vogt und Schülervertreter übergab. Mit dem symbolischen Akt soll die Schwelmer Schule nun auch ganz praktisch zu einem Ort eines gewaltfreien und offenen Miteinanders werden. Im Schulalltag wird es deshalb konkrete Maßnahmen gegen Diskriminierungen und für ein tolerantes Miteinander geben, denn die Schule hat sich zu einem ganzen Katalog verschiedener Maßnahmen verpflichtet: Künftig wird es am Märkischen Gymnasium etwa verschiedene Informationsveranstaltungen und Workshops zu entsprechenden Themen geben, an denen dann die Schüler einzelner Klassen und Stufen teilnehmen werden. Ebenfalls werden sich Teile des Lehrerkollegiums in speziellen Fortbildungen zu diesem Themenbereich weiterbilden. Nicht zuletzt sollen auch in einigen Fächern, etwa in Philosophie und Religion, gezielt Inhalte in den Unterricht eingebunden werden, die das Thema der sexuellen Diskriminierung aufgreifen.

Schüler geben Impuls

Der Impuls zur Teilnahme an diesem Projekt kam dabei aus den Reihen der Schülerschaft: Engagierte Mitglieder der Schülervertretung des Märkischen Gymnasiums hatten sich in besonderer Weise mit dem Problem der Homo- und Transphobie an Schulen auseinandergesetzt und im Zuge der Recherchen mit der Initiative „Schule der Vielfalt“ einen Ansprechpartner gefunden Die Schüler hatten die Zusammenarbeit dann durch einen Antrag an die Schulkonferenz auf den Weg gebracht.