Rule Britannia zum Konzertauftakt

Quelle: 
Westfalenpost vom 02.07.2019

Von Lilo Ingenlath-Gegic.

Orchester und Instrumentalkreis des Märkischen Gymnasiums begeistern unter Leitung von Henrik Weiß mit der Umsetzung des Mottos „Very British – Music for her Majesty“

Very British erklang die Musik beim Konzert von Orchester und Instrumentalkreis des Märkischen Gymnasiums Schwelm, und bei tropischen Temperaturen wurde nicht nur auf der Bühne, sondern auch in der gut gefüllten Aula geschwitzt. Dass der Dirigent zu Beginn offensichtlich aufgeregter schien als die Schülerinnen und Schüler, war verständlich, denn für Henrik Weiß war es das erste Orchester-Schulkonzert unter seiner Leitung.

Mit dem festlich-pompösen „Rule Britannia“, einem patriotischen Lied von 1740, zeigte der Instrumentalkreis gleich beim ersten Stück sein Können. Anschließend stellte Weiß recht entspannt das Programm des Abends vor: Da zu Länderthemen immer eine gute Stückauswahl erstellt werden kann, hatte sich das Orchester für das Motto „Very British – Music for her Majesty“ entschieden. Seit Oktober 2018 hatte Weiß die Stücke mit den Schülern eingeübt, die letzten Stücke kamen aber erst kurz vor den Osterferien hinzu. Nun gab es schon ein großartiges, abendfüllendes Programm.

70-köpfiges Orchester

„Sie sehen heute zwei Neuerungen: Die eine steht hier auf der Bühne, auf der anderen sitzen Sie“, verwies Weiß auch auf die neue Bestuhlung der Aula, die an diesem Abend „eingeweiht“ wurde. Dann spielte der Instrumentalkreis drei Hits von den Beatles im schwungvollen Orchestersound. Besonders „Yellow Submarine“ mit Pizzicato sorgte dabei für Heiterkeit im Publikum. Als letztes spielte der IK mit „Trumpet Voluntary“ wieder ein Stück aus dem Barock: Auch dieser berühmte Einzugsmarsch gelang hervorragend.

Dann folgten die Streichergruppe des Orchesters mit einem wunderbar harmonischen „Nimrod“ von Edward Elgar, und die Bläsergruppe mit dem fetzigen und tanzbaren „Paint it Black“ von den Rolling Stones.

Auch nach der Pause ging es lebendig und abwechslungsreich weiter: Nun nahm das 70-köpfige Orchester auf der Bühne Platz und spielte Auszüge aus dem Musical „Mary Poppins“. Da hierfür nur ein Bläsersatz vorlag, hatte Linus Kube, Schüler der Q1, einen kompletten Orchestersatz geschrieben. Die Schüler spielten hochkonzentriert und voller Freude. Kräftiger Orchestersound und tänzerisch leichtfüßige Passagen wechselten perfekt ab. Dafür gab es großen Applaus vom Publikum und auch Linus Kube wurde mit besonderem Beifall belohnt. Ob bei „Phantastischen Tierwesen“ in Zauberwelten, bei der „Bohemian Rhapsody“ von Freddy Mercury oder bei Filmmusik vom Agenten 007, das Orchester bewältigte auch schwierige Passagen höchst meisterlich und es zeigte sich deutlich, dass Orchester und neuer Leiter sehr gut auf einander abgestimmt sind.

Besonders britisch wurde es bei Edward Elgars „Pomp an Circumstance“, dem berühmten Marsch von 1901, der auch als inoffizielle Hymne Englands gilt. Hier sorgte das Orchester für Gänsehaut und Begeisterung beim Publikum. Nach großem Beifall dankte Schulleiterin Katharina Vogt dem musikalischen Leiter Henrik Weiß und den Musikerinnen und Musikern. „Für alle war das eine große Umstellung, die ihr mit Bravour gemeistert habt!“

An die Schüler gewandt betonte Vogt: „Ihr könnt stolz auf euch sein!“ Das sah das Publikum auch so und applaudierte wiederum stürmisch. Nach zwei Zugaben vom Orchester gab es die traditionelle Zugabe in ganz großer Besetzung: 110 Musikerinnen und Musiker spielten gemeinsam „Time to say goodbye.“

„Ich habe das Orchester nach den Sommerferien 2018 von Hannelore Gansczyk übernommen. Das war ein riesiges Geschenk, da sie dieses Orchester ja in einer über 30 Jahre dauernden Tätigkeit gegründet und geformt hatte, und mir nun als gut „funktionierende  Einheit“ in die Hände gab“, sagte Henrik Weiß vor dem Konzert. Die Schüler mussten sich zunächst an einen anderen Probenstil und ein anderes Dirigat gewöhnen.

Organisation eine Mammutaufgabe

„Für mich persönlich war die Organisation hinter der eigentlichen Probenarbeit eine Mammutaufgabe. Für die musikalische Arbeit war ich ja durch das Kirchenmusikstudium ganz gut gerüstet, die organisatorische Arbeit hingegen musste ich unvorbereitet bewältigen. Ohne die vielen guten Geister, allen voran meine Vorgängerin, die mir sehr viel geholfen hat, hätte ich gewiss mehr Fehler gemacht. Das wäre schade gewesen, denn einem solchen ,Geschenk’ will man schließlich auch gerecht werden“, meinte Henrik Weiß .