Projektwoche - In Schwelm lernen Schüler abseits der normalen Lehrpläne

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Westfalenpost vom 14.07.2018

Die Schülerinnen und Schüler des Märkischen Gymasiums konnten in ihrer letzten Schulwoche vor den Ferien aus rund 60 Projekten auswählen.

„Workshop Leben: Was nicht in euren Lehrplänen steht“, lautete das Motto der diesjährigen Projektwoche des Märkischen Gymnasiums Schwelm vom 10. bis 12. Juli. Das Planungsteam stellte mit rund 60 Projekten aus den Kategorien Kultur, Berufsorientierung, Handwerk, Haushalt und Ernährung, politische Bildung sowie Sport und Medizin ein vielfältiges Programm für die über 800 Schülerinnen und Schüler auf die Beine.

Zwei Projekte je Schüler und Tag

„Wir freuen uns sehr, dass so viele verschiedene Projekte zustande gekommen sind“, resümiert Lisa Thiel, Schülersprecherin und Mitglied der Schülervertretung des Gymnasiums, die Vorbereitung. Geleitet wurden die Projekte, von denen jeder Schüler zwei pro Tag besuchte, nicht nur von Lehrern. Schulleiterin Katharina Vogt bedankt sich vor allem bei den zahlreichen externen Partnern, besonders Eltern, für ihre Unterstützung. Größtenteils fanden die Projekte zwar auf dem Schulgelände statt, einige jedoch auch in der näheren Umgebung, wie z.B. bei einem Imker in Witten, im Schwelmer Hallenbad oder auf einem Ennepetaler Bauernhof. Die finanzielle Unterstützung durch den Förderverein der Schule ermöglichte den Schülerinnen und Schülern eine kostenlose Teilnahme an allen Projekten. Ziel der Projektwoche war es, „Kompetenzen zu vermitteln, die man sonst aus Zeitgründen durch den Lehrplan nicht unbedingt erlernen kann“, erläutert Lisa Thiel. Auch die Schulgemeinschaft wurde durch das Konzept der Altersmischung in den Projekten gestärkt.

Besonders beliebt war unter anderem das Projekt Erste-Hilfe, geleitet von Dr. med. Klaus Leemhuis, Vater von zwei Schülern des Märkischen Gymnasiums. Leemhuis führte sein Projekt als Aktion zur Kampagne „EinLebenRetten. 100 Pro Reanimation“ durch. Die Kampagne ist eine Initiative des Berufsverbandes Deutscher Anästhesisten e.V. und der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V.. „Nur 10 bis 15 Prozent von Herzstillstand-Patienten verlassen wieder die Klinik“, klärte Leemhuis auf. Diese Quote könne nur durch die Überbrückung der Zeit zwischen Eintreten des Herzstillstandes und Eintreffen des Rettungsdienstes mit Methoden wie Herzdruckmassage, Beatmung und dem Defibrillator verbessert werden. Leemhuis möchte sich daher auch weiterhin besonders für die Sensibilisierung von Kindern und Jugendlichen einsetzen.

Die Schule bot außerdem ein spezielles Projekt zur Mädchenförderung an. In „Selbstbehauptung für Mädchen“ lernten die Schülerinnen unter Leitung von Reinhard Wilke, einem ausgebildetem Deeskalationstrainer der Gewaltakademie Villigst, Täter-und Opferprofile sowie richtiges Verhalten im Ernstfall kennen. „Ziel ist es hierbei, durch erlernte Handlungs- und Konfliktlösungsstrategien einen Körperkontakt zwischen Täter und Opfer gar nicht erst entstehen zu lassen“, erklärte Reinhard Wilke. Ermöglicht wurde das Projekt durch eine großzügige Spende der Ralf-Stoffels-Stiftung.