MGS bei der Management AG der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer

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www.derwesten.de vom 11.9.2010

Ennepe-Ruhr. Schüler der Gymnasien in Gevelsberg, Ennepetal, Schwelm, Herdecke und Wetter gehen bei den heimischen Unternehmen auf Entdeckungsreise Sie suchen den Beruf, der zu ihnen passt.

„Management AG“ nennt sich das Projekt der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer (SIHK), das in diesem Jahr zum ersten Mal im Bereich des Ennepe-Ruhr-Kreises durchgeführt wird.

Ralf Stoffels hat in Schwelm das Abitur gemacht – nun arbeitet er in Ennepetal. So gesehen ist er nicht weit herum gekommen. In seiner Karriere ist das aber ein gewaltiger Schritt. Stoffels ist Geschäftsführer der BIW Isolierstoffe GmbH, einem Unternehmen mit rund 250 Beschäftigten. Und trotzdem: „Uns kennt kaum einer in Ennepetal“, sagt Stoffels. Und das sei das Problem seines Unternehmens bei der Suche nach geeigneten Nachwuchskräften: „Sie sehen sich bei den Konzernen mit bundesweit bekannten Namen um. Kaum einer kommt auf den Gedanken, dass es hier in der Heimat einen starken Mittelstand gibt, viele Firmen sind Weltmeister in ihrem Bereich.“

Mit der „Management AG“ wollen Unternehmen wie Dorma, Tepass und Seiz, Spax, die Stiftung Volmarstein, die Spedition Schmidt oder die Sparkassen – um nur einige zu nennen – den insgesamt 133 Schülerinnen und Schülern, die sich angemeldet haben, aufzeigen, welche berufliche Möglichkeiten es in ihren Unternehmen gibt.

„Es geht dabei nicht um die üblichen Betriebsbesichtigungen, bei denen vielleicht noch ein Image-Film gezeigt wird. Wir wollen, dass sich die Schülerinnen und Schülern in einzelnen Abteilungen ausführlich mit unseren Mitarbeitern unterhalten können und so einen Eindruck bekommen, wie deren beruflicher Werdegang verlaufen ist“, sagt Stoffels. Sein Unternehmen BIW öffnet dafür zum Beispiel die Forschungs-Abteilung.

Die beteiligten Firmen wollen dabei auch aufzeigen, dass es nicht nur den gradlinigen Weg von der Schule über das Studium in den Beruf gibt. Es gibt Menschen in den Führungsetagen der Unternehmen, die sich hochgearbeitet haben und andere, die Seiteneinsteiger sind. Gerade bei Mittelständlern wie sie in der Region typisch sind, sei die Motivation der Bewerber wichtiger als die Schulnoten.

Und auch wer bei einem international führenden Unternehmen tätig sein möchte, braucht nicht weit zu reisen. Nur, die meisten Jugendliche unterschätzen die Bedeutung der Unternehmen vor der Haustür. Bei der Eröffnungsveranstaltung der „Management AG“ in Hagen wussten zum Beispiel nur zwei Schüler einer Gruppe, was die Firma Dorma herstellt – und die kamen natürlich aus Ennepetal, dem Sitz des Konzerns. Den Rest überraschte Personalreferentin Julia Floren mit ihren Zahlen. Dorma, das seien 71 Gesellschaften in 47 Ländern. Inzwischen insgesamt 6500 Mitarbeiter hätten die Unternehmens-Gruppe unter anderem im Bereich Türschließanlagen zum Marktführer in der Welt gemacht.

Und Floren verdeutlichte auch, was ihrer Meinung nach ein Familienunternehmen wie ihren Arbeitgeber von einer Kapitalgesellschaft unterscheidet: „Das soziale Engagement“. Und deshalb würden auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesucht, die im Umgang mit Kollegen und Kunden über „soziale Kompetenz“ verfügen. „Wir suchen keinen, der die Ellenbogen ausfährt“, versichert Floren.

Die Zuhörer erklärten ihr dann auch, warum sie sich an der Reise durch die Betriebe beteiligen. „Wir wissen alle nicht, was nach der Schule ist“, so eine Schülerin. Sicher, viele wollten natürlich auf eine Universität geben. „Auch wenn Sie studieren, können Sie Kontakt zu einem Unternehmen wie Dorma halten“, rät die Personalreferentin.

von Klaus Bröking, 10.09.2010