Kandidaten-Check zur Landtagswahl im Gymnasium Schwelm

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Westfalenpost vom 12. Mai 2017

Zur fast schon traditionellen Podiumsdiskussion traten die Kandidaten der Parteien für die Landtagswahl 2017 im Märkischen Gymansium Schwelm an.

Gut gefüllt war die Aula des Märkischen Gymnasiums Schwelm (MGS), als die Wahlkreiskandidaten zu Landtagswahl sich zur bald schon traditionellen Podiumsdiskussion den Fragen der Schülerinnen und Schüler stellten. Katharina Vogt begrüßte als Schulleiterin bereits zum fünften Mal Parteivertreter und hob in ihrer kurzen Ansprache die Wichtigkeit politischer Bildung und Auseinandersetzung für die Schwelmer Schüler hervor.

Bildungssystem und G8/G9

„Viel zu selten führen Schulen solche Veranstaltungen vor Wahlen durch“, lobte Dr. Rainer Bovermann (SPD) das Engagement am Märkischen Gymnasium. Neben ihm diskutierten Markus Pauli (CDU), Bodo Middeldorf (FDP), Nils Kriegeskorte (Die Grünen) und Helmut Kanand (Die Linke) die Vorstellungen und Ziele ihrer Parteien zu den Bereichen Bildung, Umsetzung und Veränderung der gymnasialen Schulzeit sowie Hochschulpolitik.

In Teilen zeigte sich eine erstaunliche inhaltliche Nähe der Wahlkreiskandidaten: Einigkeit herrschte, dass eine Veränderung im Bildungssystem stattfinden muss und eine deutliche Verbesserung der Umsetzung G8/G9 zeitnah erzielt werden muss. Auf der schulischen und universitären Bildung müsse der Fokus des Landes Nordrhein-Westfalen liegen, ließen alle Kandidaten verlauten, auch wenn man hier große finanzielle Anstrengungen unternehmen müsse, um eine angemessene Gebäude-, Material- und vor allem Personalausstattung zu erreichen.

Die Blicke zur Decke der Aula kamen hier nicht von ungefähr. Bovermann hob die Landesinitiative Gute Schule 2020 hervor, aus der auch Schwelm in den nächsten Jahren knapp 1,7 Millionen Euro erhalten wird. Zu einer darüber hinaus gehenden Finanzierung gefragt, gab es hier keine überzeugenden Lösungsansätze: Helmut Kanands Reformvorschläge im Bereich der Steuerpolitik waren dann doch eher vorgezogener Bundestagswahlkampf, die Umschichtung von Mitteln (Middeldorf) klang pragmatisch und plausibel, dürfte aber vor allem den Zielen der Grünen widersprechen, weil der FDP-Politiker besonders im Bereich der Umweltprogramme Kürzungen zugunsten der Bildung vornehmen würde. Große Einigkeit gab es im Umgang mit der AfD, die sich den Fragen der Schülerschaft nicht stellte: Keine Zusammenarbeit mit dieser Partei, so die einhellige Meinung aller Anwesenden.

Radiosender berichtet

Im Anschluss an die Podiumsdiskussion erhielten die Schülerinnen und Schüler der Stufen 9 bis zur Q1 die Möglichkeit, ihre beiden Stimmen im Rahmen einer Juniorwahl abzugeben. Die Wahl wurde im Rahmen des Politik- und Geschichtsunterrichts vorbereitet, wo einerseits der Wahl-O-Mat als Mittel zur Wahlentscheidung kritisch reflektiert als auch über den Wahlakt allgemein informiert wurde.

Wie bei den offiziellen Wahlen auch, hatten die wahlberechtigten Schüler im Vorfeld die Wahlbenachrichtigungskarte erhalten und fanden sich dann am Freitag mit ihrem Ausweis am Wahllokal im SV-Büro zur Stimmabgabe ein.

Die Organisatoren Christian Brand und Sarah Fäuster konnten gemeinsam mit der Schülervertretung des MGS, die den Wahlakt hochprofessionell vorbereitete und durchführte, sogar den WDR auf die Aktion aufmerksam machen, der bereits im Rahmen der Lokalzeit Bergisches Land über die Juniorwahl am MGS berichtete.

Stillschweigen bis Montag

Wie die Juniorwahlen ausgegangen sind, darüber wahrt das Märkische Gymnasium noch Stillschweigen. Die Ergebnisse der schulinternen Wahl werden am kommenden Montag nach der Landtagswahl im MGS veröffentlicht. Eine Zahl wurde allerdings schon öffentlich gemacht: Erfreulich ist die bereits bestätigte Wahlbeteiligung von über 78 Prozent am Märkischen Gymnasium. Man darf auf den Wahlsonntag gespannt sein.