Medienkonzept

Lernen mit Neuen und Alten Medien

Medienkonzept des Märkischen Gymnasiums Schwelm

Stand: Juni 2016

 

1. Ziele und grundsätzliche Ausrichtung

  1. Die Lernkompetenz der Schülerinnen und Schüler soll erweitert werden
    • Förderung des selbstständigen Arbeitens und Lernens, Verbesserung der Arbeitsorganisation
    • Förderung des fächerübergreifenden Arbeitens
    • Erschließung und Erwerb von Wissen
    • Kritische Reflexion eigener Arbeiten
    • Präsentation eigener Arbeitsergebnisse
  2. Soziale Kompetenzen sollen gefördert werden
    • Befähigung zur Teamarbeit
    • Gegenseitige Unterstützung und Hilfe bei auftretenden Leistungsunterschieden
  3. Notwendige Kompetenzen für die Informationsgesellschaft sollen erworben werden
    • Nutzung der Kommunikationsmöglichkeiten (Arbeit im Intranet, Erstellen von Webseiten, Datenaustausch und Austausch von Arbeitsergebnissen via E-Mail)
    • Erkennen der Problematik der Veröffentlichung persönlicher Daten im Internet (Web 2.0, Chatrooms)
    • Beschaffung und kritische Bewertung von Informationen (Strategien entwickeln; Subjekt, nicht Objekt der Informationen sein)
  4. Interkulturelle Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler sollen gestärkt werden
    • Einsatz der Internetkontakte zu anderen Schulen, um sprachliche Kompetenzen zu erweitern
    • Einbeziehung im Internet verfügbarer, fremdsprachiger Texte
  5. Erweiterung der Kommunikation in der Schule
    • Gestaltung von Infoabenden und Schulfesten unter Zuhilfenahme alter und neuer Medien
    • Verbesserung der Kommunikation zwischen Eltern, Schülern und Lehrern mit Hilfe neuer Medien

 

2. Zukünftige Entwicklungen der alltäglichen PC-Nutzung

Das Märkisches Gymnasium Schwelm sieht sich schwerpunktmäßig drei Bereichen verpflichtet. Neben der Nutzung des PC und einem verantwortungsvollen Umgang mit dem Computer soll auch der Umgang mit Fernsehen, Film und Printmedien stehen. Der dritte Bereich, das Internet, lässt sich in drei Teilaspekten betrachten, nämlich der richtigen Recherche, der Betrachtung des Social Web und der Datensicherheit.

Die Nutzung des Computers am Märkischen Gymnasium bezog sich in der Vergangenheit vor allem auf die Internetnutzung sowie die Nutzung der Standardbürosoftware in verschiedenen Unterrichtsfächern. Daneben gab es einige Programme zur Mathematik. Außerdem besteht in der differenzierten Mittelstufe (ab Klasse 8) der Kurs Mathematik/Informatik.

Das Märkisches Gymnasium Schwelm sieht sich dabei beeinflusst von aktuellen Strömungen im Umgang mit dem PC. Zwei Beispiele sollen dieses deutlich machen:

  • Der moderne PC kann Verbindungen herstellen zu Telefon, Digitalkamera, Videorekorder, Hifianlage und nicht zuletzt zum Fernseher. Auch wenn Hard- und Software (noch) fehleranfällig sind und wenige Geräte komplett in diesem Sinne genutzt werden dürften, zeichnet sich der Trend klar ab:
    Der PC vereinigt die Funktion von Videospielkonsole, CD-Player, DVD-Player, Videorekorder, Fernseher, Telefon und möglicherweise auch Zeitung in einem Gerät und wird damit immer mehr zum Zentrum des heimischen Info- und Edutainments.
  • Niemand erwartet heute in einer Fahrschule, fundierte Fähigkeiten im Bereich der Reparatur oder Instandsetzung eines PKW vermittelt zu bekommen – „man lernt eben nur fahren“. Streikt das Auto, ruft man die Werkstatt an und lässt den Fehler kostenpflichtig beseitigen. Der Fahrer ist reiner Anwender des Fortbewegungsmittels „PKW“. Verhält sich dieses nicht wie erwartet, ist professionelle Hilfe vom Fachmann erforderlich und wird selbstverständlich in Anspruch genommen.

 

Genauso wird auch die Computernutzung der nächsten Jahre durch eine deutliche Trennung von Anwendung und Wartung gekennzeichnet sein:

  • Ein immer breiteres Anwendungsspektrum wird durch immer ausgefeiltere Hard- und Software zugänglich gemacht. Der Anwender wird zunehmend von der technischen Seite des Betriebssystems und der Software entkoppelt, da der Großteil aller relevanten Funktionen automatisch reguliert wird. Die Bedienungselemente werden auf die Funktionen reduziert, bei denen Anwendereingriffe zwingend erforderlich sind.
  • Tritt eine Störung im System auf, kann diese vom Anwender nicht mehr beseitigt werden, da er keine Möglichkeit hat, in das Betriebssystem einzugreifen – ein spezialisierter technischer Notfalldienst muss gerufen werden (vergleichbar dem Rohrreinigungsdienst, dem Schlüsseldienst oder dem Fernsehtechniker).

3. Zeitgemäßer IT-Unterricht als Antwort auf veränderte Computer-Nutzungsgewohnheiten

Den sich wandelnden Anforderungen an den Umgang mit dem Medium „Computer“ sollte ein zeitgemäßer Unterricht gerecht werden, ohne herkömmliche Medien zu vernachlässigen: Unsere Schüler müssen nicht wissen, wie sie eigene Programme zur Lösung irgendeines „Problems“ entwickeln. Auch müssen sie nicht in der Lage sein, einen defekten oder unvollständig funktionierenden PC zu reparieren. Die dazu erforderlichen Kenntnisse sind heute fast nur Spezialisten vorbehalten.

Dagegen müssen unsere Schüler sehr genau wissen, wie sie den Computer im täglichen Leben gewinnbringend einsetzen und verwenden können.

Deshalb soll auch zukünftig am Märkischen Gymnasium die Vermittlung sinnvoller Anwendungsmöglichkeiten des PC im täglichen Leben und die Nutzung auch anderer Medien im Vordergrund stehen.

Viele unserer Schülerinnen und Schüler, die sich selber für „Freaks“ oder „Hacker“ halten, verbringen zwar viel Zeit am PC, sind aber nicht in der Lage, gewinnbringenden Nutzen aus dieser Zeit zu ziehen. Es muss unsere Aufgabe als Schule sein, diesen Schülerinnen und Schülern klar zu machen, dass das Installieren oder Deinstallieren von Spielen nichts mit „Computerwissen“ zu tun hat und es keinerlei verwertbare Eigenleistung darstellt, eine Hausaufgabe oder Referat unverändert und unverstanden „aus dem Internet zu ziehen“.

 

4. Schlüsselqualifikationen für Schülerinnen und Schüler

 

Für den (fast) erwachsenen Abgänger einer jeden Schule sind heute vor allem wichtig:

  • routinierte Grundfertigkeiten im Umgang mit modernen Betriebssystemen
  • Systempflege und – wartung auf dem Niveau des „First-Level-Supports“
  • kompetenter Umgang mit moderner Bürosoftware (v.a. Word / OpenOffice-Writer, Excel / OpenOffice-Calc und PowerPoint / OpenOffice Impress)
  • fundierte Kenntnisse im Bereich der Textgestaltung und – formatierung („Typographie-Knigge“)
  • Grundkenntnisse im Bereich der Algorithmisierung von Problemstellungen (z. B. in Excel und / oder zur Automatisierung bestimmter Arbeits- oder Produktionsschritte)
  • Fertigkeiten beim zielgerichteten Einsatz des Internets als modernem Kommunikations- und Informationsmedium (nicht einfach nur chatten oder surfen, sondern die Suche nach verwertbaren Informationen sowie deren gezielte Zusammenstellung zur Beantwortung einer bestimmten Frage)
  • Kenntnisse zu Gefahren und Risiken im Internet; kurz: ein gesundes Misstrauen gegenüber den neuen Medien

 

Zur Unterstützung der Schülerinnen und Schüler auf dem Weg zum bewussten Umgang mit Neuen Medien beteiligt sich das MGS am Projekt „Medienscouts“ der Landesanstalt für Medien. Es wurden Workshops erstellt, die in verschiedenen Klassen durchgeführt wurden. Herr Brüggemann und Herr Gerold als Lehrer für Medien begleiten die Maßnahmen der Medienscouts am MGS.                                                                                     

5. Einbindung des PC in den Unterricht

 

Neben der Nutzung der beiden Computerräume im Differenzierungsbereich der Mittelstufe und in den Unterrichtsfächern spielt der Computer am MGS in drei Bereichen eine Rolle: in den Computerräumen werden Schülergruppen eigenständig mit der Software arbeiten können und zum Beispiel Texte verfassen, Daten auswerten oder Präsentationen vorbereiten sowie Internetrecherche betreiben.

Daneben ist in beiden Computerräumen und in den Naturwissenschaften mit der Installation jeweils einer interaktiven Tafel eine neue Form des Unterrichtens mit Computerunterstützung anstelle einer Kreidetafel möglich. Es ist geplant, die Installation weiterer interaktiver Tafeln voranzutreiben.

Zusätzlich wird auch in Zukunft die Unterstützung des Unterrichts durch Nutzung von Laptop-Beamer-Kombinationen (zur Zeit in Form von sechs Kofferanlagen, die mit eingebautem Laptop und Beamer sofort einsatzbereit sind) in allen Unterrichtsfächern erwartet und durchgeführt. Außerdem wird die Anschaffung mobiler Dokumentenkameras angestrebt, die die Projektion von Arbeitsergebnissen oder Hefteinträgen durch einen Beamer verbessert.

 

Bei der Nutzung der Computerräume hat das MGS mehrere Aspekte zu bedenken:

  • Die Nutzung der Software soll für den Anwender so simpel wie möglich sein
  • Es muss auch für technisch nicht so versierte Kolleginnen und Kollegen möglich sein, ohne Schwierigkeiten den Computerraum zu benutzen: „technisches Versagen“ der Anlage würde von den Schülerinnen und Schülern als Versagen der Lehrkraft gedeutet werden können und möglicherweise dazu führen, dass diese Lehrkraft den Computerraum in Zukunft meidet.
  • Die Rechner sollten sicher gegenüber „Angriffen“ der Schüler in Form von Festplattenformatierung oder Deinstallation von Programmen sein, und die Wiederherstellung sollte nicht erst einen Tag später durch die Systemadministratoren erfolgen.
  • Ein Proxyserver regelt den Internetverkehr. Dabei wird mit einer Hardwarelösung (Schulrouter plus als Schulfilter) ein Missbrauch durch jugendgefährdende Seiten verhindert.

 

Diese Aspekte sind durch Maßnahmen verwirklicht, die hier nur kurz angedeutet werden: die seit einigen Jahren praktizierte und erfolgreiche persönliche Anmeldung aller Schulmitglieder (Lehrpersonal und Lernende) bei gleichzeitigem Schutz der Festplatten gegen Zugriffe der Nutzer sowie eine sinnvolle Dateistruktur mit persönlichen Ordnern der Schülerinnen und Schüler, mit Klassenordnern und einem Tagesordner, führen zu weitgehender Akzeptanz durch die Nutzer und Sicherheit der Rechner. Im Bedarfsfall kann relativ zeitnah durch die Administratoren an der Schule der Rechner wiederhergestellt werden (zurzeit ca. ein Rechner im Monat) und ist wenige Stunden später wieder nutzbar.

 

Neben den Computerräumen hat das MGS ein Lern – und Trainingszentrum eingerichtet, das sogenannte LUTZ, in dem zusätzlich eine fahrbare interaktive Tafel steht. In diesem Raum stehen 6 Computer mit gleicher Ausstattung wie im Computerraum. Diese Computer sind für kleinere Schülergruppen sowie im Nachmittagsbereich nutzbar. Eine Benutzungsordnung für das LUTZ sowie für sämtliche Computer des MGS ist erstellt.

 

Um allen Schülern des MGS die eingangs genannten drei Bereiche näherbringen zu können, führt das MGS „Schulungsveranstaltungen“, in Form von konzentriertem Unterricht über die Jahrgangstufen 5 bis 8 verteilt, durch.

Neben der bereits erprobten Computereinführung in Klasse 5 mit einem Schwerpunkt auf der Nutzung von Textverarbeitungsprogrammen (MS Word oder OpenOffice Writer) erfolgt in Klasse 6 eine Einführung in ein Präsentationsprogramm (MSPowerPoint oder OpenOffice Impress). In Klasse 8 schließt sich ein Kurs in der Tabellenkalkulation (MS Excel oder OpenOffice Calc) an.

Die Schulungen werden in drei doppelstündigen Sitzungen am Nachmittag abgehalten. Die Arbeit in der Klasse 5 ist an das Fach Deutsch, in Klasse 6 an Englisch und in Klasse 8 an Mathematik angebunden. Alle drei Schulungen sollen zu Beginn des Schuljahres stattfinden.

 

Um inhaltliche Ansprüche aufzuzeigen, wurden Checklisten für Textverarbeitung und Tabellenkalkulation erstellt, die die zu erwartenden Kenntnisse ausweisen. Diese Checkliste ist für die Präsentationssoftware noch zu erstellen.

 

Neben den vor allem von der Fachschaft Informatik zu leistenden Workshops Textverarbeitung und Tabellenkalkulation bleiben alle Fächer aufgerufen, die Kenntnisse der Schüler zu nutzen und immer wieder zu aktivieren. Deshalb werden verpflichtende Projekte einzelner Fächer erarbeitet, die die Themen der Workshops anwenden oder vertiefen.

Daneben können die Fachschaften Vorschläge für weitere sogenannte Miniprojekte erarbeiten, die nach Jahrgängen sortiert fakultativen Charakter haben.