Talentmobil in Schwelm

Die 3D-Ingenieure von morgen

(Quelle: WR vom 12. Oktober 2017)

Hochschule Bochum zu Gast am Märkischen Gymnasium. Differenzierungskurs entwickelt selbstständig Modelle und lässt sie mit Spezialdrucker Realität werden

Von Christian Werth

 

Schwelm. Die Technik von morgen ist von der Begeisterungsfähigkeit immer neuer Talente abhängig. Deshalb fördert das „Talentmobil“ der Hochschule Bochum explizit die Ingenieure von morgen und war dazu auch am Märkischen Gymnasium zu Gast.

 

Wissensempfänger war der Differenzierungskurs Mathematik- Informatik unter der Leitung von Lehrer Christian Gerold. Die Bochumer Technikdozenten und Talentscouts hatten zu ihrem vierstündigen Workshop einen hochmodernen 3D-Drucker mitgebracht und näherten sich gemeinsam mit den Neuntklässlern dem Thema „3D-CAD - Von der Idee zum Produkt“.

 

20 Jugendliche machen mit

 

Dabei durften die 20 Jugendlichen nach entsprechender Themeneinführung und Erklärung des Computerprogramms in freien Arbeitsphasen selbstständig individuelle Modelle erstellen und sie später mit Hilfe des 3D-Druckers zur Realität werden lassen. Mit Hilfe eines schadstofffreien, auf Milchsäure basierenden Kunststoffs wurden die Computeranimationen in entsprechende Befehle zum Aufschmelzen umgewandelt. Anhand der animierten Konzeptionierung eines Murmellabyrinths wurde ein konkretes Beispiel aufgezeigt. Doch waren anschließend auch der freien Entfaltung der Gymnasiasten keine Grenzen gesetzt, so dass von dreidimensionalen Figuren, Schmuckteilen bis hin zu technischen Bauteilen alles dabei war.

 

„Natürlich schauen wir auch, wer besonders viel Talent hat und welches Produkt am Ende dabei herauskommt“, erklärt Technikdozent Florian Fritzsche und weiß, dass zwischen simplem Bauklotz und beispielsweise dem Realmodell eines Autos ganze Talentwelten liegen. „Hierbei kommt es vor allem auf Mathematik und räumliches Denken an. Aber auch Zeichenqualitäten und Kreativität sind gefragt“, nannte Fritzsche die geforderten Eigenschaften eines „3D-Ingenieurs“.

 

Das bewusst hohe Maß an autodidaktischem Lernfreiraum und selbstbestimmtem Forschungsfreisinn ist Charakteristikum des im ganzen Ruhrgebiet Station machenden „Talentmobils“, das sämtliche mathematischen, informatischen, naturwissenschaftlichen und technischen Felder (MINT) fördert und neben dem 3D-Druck-Projekt auch andere innovative Workshops wie Lego-Robotik, Smarthome-Technik oder erneuerbare Techniken an die Schulen bringt. „Das ist eine wichtige Maßnahme, um Talente in diesen Fachbereichen zu fördern und auch um mögliche Hemmschwellen zu beseitigen“, erklärt Talentscout Svenja Löhe von der Hochschule Bochum.

 

Die Talentsucherin ist Hochschul-Verbindungsfrau zur Oberstufe des MGS und steht potentiellen Technikstudenten einmal im Monat als Ansprechpartnerin zur Verfügung. „Für die Schüler eine ganz tolle Möglichkeit, so etwas einmal ausprobieren zu können“, freute sich auch Mathematiklehrer Christian Gerold ob der dreidimensionalen Kreationen und verriet, dass der moderne 3D-Druck auch für ihn Neuland sei.