Eine wichtige Mitteilung der Pressestelle des Ennepe-Ruhr-Kreises

Meningokkenverdacht an Schwelmer Gymnasium

(pen) Am Märkischen Gymnasium in Schwelm liegt der Verdacht auf eine Meningokokken-Sepsis (Blutvergiftung) vor. Ein Mitglied der Schülerschaft wird auf der Intensivstation eines Krankenhauses behandelt. Auch wenn eine Bestätigung durch Laborergebnisse noch aussteht, werden nach Angaben des Fachbereiches Soziales und Gesundheit des Ennepe-Ruhr-Kreises die Kontaktpersonen vorsorglich mit Antibiotika versorgt.

"Neben Familienmitgliedern und Freunden haben wir auch den 80 Schülern der 12. Jahrgangsstufe sowie ihren Lehrern vorsorglich eine antibiotische Therapie empfohlen. Für die Schüler und Lehrer war das Schwelmer Kreishaus hierfür der Anlaufpunkt", erläutert Amtsärztin Dr. Sabine Klinke-Rehbein.

Man habe den Kreis der Kontaktpersonen auf die gesamte Jahrgangsstufe ausgeweitet, weil diese seit Montag gemeinsam die Mottowoche, die letzte Schulwoche vor dem Abitur, gestalten. "Dabei haben die Schüler nach eigenen Angaben Speisen und Getränke aus ein und denselben Tellern und Gläsern zu sich genommen", begründet Klinke-Rehbein die Vorsicht, die auf viel Verständnis bei den Eltern stößt.

Zusätzlich setzt die Amtsärztin auf Infoschreiben. Darin wird empfohlen, die Kontaktpersonen gut zu beobachten und bei Verdacht auf eine Erkrankung umgehend den Hausarzt zu Rate zu ziehen. Zudem stehen Ansprechpartner des Fachbereiches Soziales und Gesundheit bereit.

Die Meningokokken sind Bakterien, die sich im Rachen vieler Menschen befinden, ohne dass diese selbst erkranken. Sie können aber die Bakterien durch Husten und Niesen weitergeben. Ein in seiner Abwehr geschwächter Mensch kann an den Meningokokken erkranken.

Hierbei sind zwei Verlaufsformen möglich. Zum einen eine Hirnhautentzündung (Meningitis) und zum anderen - seltener - eine Überschwemmung des gesamten Körpers durch die Bakterien (Sepsis).

Bei der Hirnhautentzündung stehen unter anderem Fieber, Benommenheit, Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit und Erbrechen im Vordergrund. Das Sepsis-Krankheitsbild kann sich innerhalb von Stunden auch aus völligem Wohlbefinden heraus entwickeln. Hier stehen hohes Fieber und die rasche Verschlechterung des Allgemeinbefindens im Vordergrund.

Diese Erkrankungen treten in Deutschland nur vereinzelt auf. Die Übertragung erfolgt entweder durch direkten Kontakt oder durch Tröpfchen-Aerosole. Da die Keime gewöhnlich außerhalb des Körpers rasch absterben, ist für eine Infektion ein enger Kontakt mit Übertragung von Sekreten aus dem Mund-Rachenraum von einem Keimträger oder einem Erkrankten erforderlich. Ein Zusammentreffen von Menschen ohne engen Kontakt führt in der Regel nicht zu einer Ansteckung.