Neuland: Ausstattung der Stufe 8 mit iPads

Durch Spenden gefördert: Schülerinnen und Schüler freuen sich
über modernste digitale Technik – Nutzung bis zum Abitur  

Das Märkische Gymnasium Schwelm misst seit Jahren der medialen Bildung einen hohen Stellenwert bei. Nicht zuletzt, weil die Lebenswirklichkeit der Schülerinnen und Schüler heutzutage durch die intensive Nutzung digitaler Medien geprägt wird. 

Im Blick auf die spätere berufliche Praxis sind digitale Kompetenzen unerlässlich – die Berufswelt stellt hohe Anforderungen im medialen Bereich. Diese Kompetenzen müssen bereits in der Schule grundgelegt werden. Der sichere Umgang mit Programmen zur Recherche, Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentation wird bei Schulabgängern als selbstverständlich vorausgesetzt. Ebenso schärfen die Schülerinnen und Schüler bei der Arbeit mit digitalen Medien im Unterricht ihre Wahrnehmung über Gepflogenheiten im Netz und erweitern ihr Urteilsvermögen.

Digitale Medien stellen nicht nur eine technische Weiterentwicklung dar, sondern beinhalten auch einen hohen didaktischen Mehrwert. Digitales Lernen ist daher nicht die digitalisierte Form der bisherigen Unterrichtspraxis, sondern ermöglicht ein individuelleres, selbstbestimmteres und auch kreativeres Lernen in einem kontrollierten Rahmen. 

Seit Dezember 2018 stehen dem Märkischen Gymnasium Schwelm zwei Koffer mit jeweils 16 iPads zur Verfügung. Ihr Einsatz wurde schon in zahlreichen Unterrichtsstunden erprobt.

Mit Beginn des Schuljahres 2020/2021 wagt das Märkische Gymnasium einen ganz neuen Schritt, nämlich die gesamte Jahrgangsstufe 8 als „iPad-Stufe“ einzuführen. Die Lehrkräfte planen und gestalten ihren Unterricht so, dass die iPads in einer didaktisch und pädagogisch reflektierten Art und in angemessenem Umfang eingesetzt werden, ohne dass dabei jedoch die Einübung der klassischen Kulturtechniken vernachlässigt wird.

Die Auswahl der jetzigen Jahrgangsstufe 8 als erster „Tablet-Stufe“ der Schule hat vor allem einen pragmatischen Grund: Die Haltbarkeit eines in der Stufe 8 angeschafften iPads beträgt bei pfleglicher Behandlung die restliche Schulzeit bis zum Abitur. Das MGS plant darüber hinaus sukzessive alle Jahrgänge als „Tabletklassen“ zu führen.

Die Erziehungsberechtigten kaufen und bezahlen die iPads, die Verwaltung übernimmt die Schule – zumindest für den Teil, der die Schule als Lernraum betrifft. Sobald die iPads im WLAN der Schule angemeldet werden, greifen auch die Sicherheitseinstellungen der Schule. Verlassen die Schülerinnen und Schüler den Einzugsbereich des MGS, greifen wieder die Einstellungen der Schülerinnen und Schüler bzw. deren Eltern.

Die Einbindung in die digitale Infrastruktur der Schule und die kontinuierliche Administration der Geräte wird von der IT-Abteilung der Stadt Schwelm und einem Administratorenteam aus Lehrkräften des MGS durchgeführt. Die Beschaffung und Anbringung der digitalen Präsentationflächen in den Klassenräumen erfolgten bereits in den Sommerferien. 

Da die Finanzierung der kostenintensiven Technik durchaus für manche Eltern ein Problem darstellen kann, entschied sich die Schule, den Weg der Beschaffung mit Unterstützung des Fördervereins zu gehen. In einigen Fällen wurde die Anschaffung mit einer Beteiligung der Hälfte der Kosten unterstützt, in manchen Fällen konnte der Förderverein den gesamten Betrag beisteuern. Neben zwei großzügigen Spenden von Schwelmer Firmen über zusammen 5.000 Euro konnte sich der Förderverein vor allem über einen Beitrag von 8.000 Euro von der Städtischen Sparkasse zu Schwelm freuen. 

Aus diesem Anlass besuchte der Vorstand der Städtischen Sparkasse zu Schwelm, Michael Lindermann und Johannes Schulz, sowie der Vorsitzende des Fördervereins der Schule, Dr. Uwe Klossowski, das Märkische Gymnasium, um sich vor Ort über den Einsatz der iPads zu informieren. Schülerinnen und Schüler der Klassen 8b und 8e berichteten aus dem laufenden Unterricht von ihren Erfahrungen im Umgang mit den iPads und präsentierten Unterrichtsergebnisse auf den digitalen Boards. 

„Wir freuen uns sehr, dass wir mit einer Geldspende an den Förderverein des Märkischen Gymnasiums die Ausstattung der diesjährigen Jahrgangsstufe 8 bis zu deren Abitur mit iPads unterstützen konnten“, erläuterte Sparkassenvorstand Michael Lindermann, „denn das Lernen digitaler Kompetenzen ist der richtige Weg in die berufliche Zukunft der jungen Menschen.“ 

„Aber bitte spielt weiter“ – erste Schulkonzerte des MGS seit Corona

Das Orchester und der Instrumentalkreis des Märkischen Gymnasiums Schwelm luden am vergangenen Freitag und Samstag zu den ersten Schulkonzerten seit Ausbruch der Corona-Pandemie ein. Unter dem Motto „Je ne parle pas français, aber bitte spielt weiter!“ präsentierten sich die Schülerinnen und Schüler unter Leitung ihres Musiklehrers Henrik Weiß mit einem Programm rund um das Thema Frankreich. 

Zur Eröffnung brachte der Instrumentalkreis (Jahrgangsstufen 6-8) Klassiker wie Offenbachs berühmten „Can Can“, Bizets „Farandole“ sowie das bekannte Chanson „La Vie en Rose“ von Édith Piaf zu Gehör. Als Intermezzo spielte ein 7-köpfiges Cello-Ensemble ein Arrangement des Songs „Viva la Vida“ der Band Coldplay. Das Orchester (Jahrgangsstufen 9-Q2) nahm die Zuschauer danach mit einem Medley aus „Les Misérables“ zunächst mit in die Welt des revolutionären Frankreichs. Der furiose Beginn ging den Musikern dabei genauso leicht von der Hand wie die Innigkeit der Songs „I Dreamed a Dream“ oder „On My Own“. Bei der Musik zu „König der Löwen“ konnten die Schülerinnen und Schüler sodann unter Beweis stellen, dass sie auch afrikanische Beats souverän beherrschen. In der Anmoderation des Stückes „I just can’t wait to be king“ wurde deutlich, dass auch das Schulorchester selbst seinen verschobenen Auftritt schon lange sehnsüchtig erwartet hatte. Mit der Musik zum Film „Die Schöne und das Biest“ entführten die Musiker die Zuhörer in die Welt des französischen Märchens. Zum Abschluss rückte mit dem „Phantom der Oper“ noch einmal die Pariser Opéra in den Fokus des Programms. In dem facettenreichen Musical-Medley zeigten die Schülerinnen und Schüler sowohl den Reichtum ihrer klanglichen Nuancen als Orchester als auch die besondere Qualität einzelner Solisten, was beides vom Publikum mit Begeisterung aufgenommen wurde. 

Dass es in diesem Jahr überhaupt noch ein Konzert geben würde, war dabei lange Zeit in der Schwebe. Während zum traditionellen Temin im Juni noch nicht daran zu denken war, ließen die Lockerungen für Großveranstaltungen seit September erste Hoffnung auf ein Schulkonzert zu. Probenarbeit und Organisation mussten aber dennoch nach den Sommerferien anlaufen, um im September präsentable Ergebnisse vorlegen zu können. Somit wurde der Nachsatz des Mottos: „… aber bitte spielt weiter!“ schon beinahe zu einer programmatischen Eigenmotivation. 

Musiklehrer Henrik Weiß bemerkte dazu: „Ich bin stolz auf das Engagement und die Leistung der Schülerinnen und Schüler. Sie haben binnen sieben Wochen durch zahlreiche Extra-Proben unter erschwerten Bedingungen die Arbeit eines Vierteljahres und einer ausgefallenen Probenfahrt aufgeholt.“ Besonders herzliche Worte sprachen am Samstag noch die diesjährigen Abiturienten aus, die sich dafür bedankten, dass nach vielen entgangenen Abiturfestivitäten wenigstens ihr Abschiedskonzert in annähernd gewohnter Weise stattfinden konnte.

Darüber hinaus musste in der Vergangenheit für kein Schulkonzert so viel im Vorfeld geregelt werden, das nicht mit Musik zu tun hatte: Die Erstellung eines Hygienekonzeptes und dessen Abstimmung mit der Stadt, die Festlegung einer Höchstpersonenanzahl sowie ein detaillierter Saalplan, eine Regelung für den Kartenvorverkauf, ein Stab von Platzanweisern und natürlich ein Corona-konformer Bühnenaufbau mit Abdeckungen für Blasinstrumente und Trennwänden zwischen den Stimmgruppen. 

Dass sich der immense Aufwand letztlich gelohnt hat, zeigte die Begeisterung des Publikums, das am Ende des Tages das Gefühl hatte, einen „Hauch Normalität“ zurückgewonnen zu haben. 

Mediterranes Flair am Märkischen Gymnasium Schwelm

Mit dem neuen Schuljahr startet der Mensabetrieb am Märkischen Gymnasium Schwelm unter neuer Leitung. Vielversprechend setzt die neue Betreiberin Dina Italia ihren (Mädchen)namen als Konzept für die neue Ausrichtung des Angebotes ein. So liegt der kulinarische Schwerpunkt eindeutig in der mediterranen Küche. Ihr tägliches Special, – runde Pizzen, frisch aus den Ofen -, begeistert die Schülerschaft direkt am Eröffnungstag. Täglich frische Smoothies, ein breit gefächertes Frühstücksangebot, eine Snack- und Salatbar für den kleinen Hunger und die Auswahl zwischen drei Mittagsgerichten runden das Angebot ab. 

Auf der Homepage der Schule betont die neue Betreiberin: „Nicht nur, dass die italienische Küche sehr vielen Bäuchen zusagt, sie ist auch ideal für alle Ernährungstypen – also auch für Vegetarier und Veganer.“ Das entspricht dem intensiv geäußerten Wunsch der SV, das Mensaangebot nicht nur gesünder, sondern auch klimaneutraler zu gestalten.

Dina Italia führt schon seit 2019 den Mensabetrieb an der Dietrich-Bonhoeffer-Realschule in Schwelm. Nun übergibt sie die dortige Leitung an ihren ältesten Sohn Emilio und konzentriert sich zusammen mit ihrem Mann und zwei weiteren Mitarbeiterinnen ganz auf den Mensabetrieb am MGS. 

Ein umfangreiches Hygienekonzept erlaubt die sofortige Nutzung der Mensa. Durch die liebevoll gestaltete Dekoration mit italienischen Landkarten, sogar auf den Küchenschürzen, kommt dennoch, auch in Corona-Zeiten, mediterranes Flair auf. 

Text SG / Foto: BU

Ein unvergesslicher Sommer: Die Deutsche Schülerakademie 2019 in Torgelow

Wie soll ich die Schülerakademie beschreiben? Um ehrlich zu sein, weiß ich nicht, wie ich die Erfahrungen und die Atmosphäre von sechzehn unglaublichen Tagen festhalten soll. 

Letztes Schuljahr wurde ich von Herrn Schäfer gefragt, ob ich Interesse hätte, an einer Schülerakademie teilzunehmen. Ich fühlte mich sehr geehrt, hatte aber zunächst überhaupt keine Vorstellung, was mich erwarten würde. Um ehrlich zu sein, war ich sehr skeptisch. Ich erhoffte mir eine neue Erfahrung und sagte trotz meiner Skepsis zu. Kurz darauf durfte ich einen Kurs auswählen, den ich für die sechzehn Tage besuchen wollte. 

Von Kursen über Mathematik, Physik oder über politische Bildung, kulinarische Hermeneutik, Kommunikationsstrategien bis hin zu Management-Angeboten war wirklich alles dabei.

Ich suchte mir den Kurs „Netflix and ill? – Wirkung und Nutzung neuer Medien“ aus, der von zwei jungen Studentinnen angeboten wurde. Er sollte im Internat Schloss Torgelow stattfinden und sich mit den aktuellen Herausforderungen der Mediennutzungs- und Medienwirkungsforschung im theoretischen und praktischen Sinne beschäftigen. 

Ich wartete gespannt und fragte mich, ob ich wohl in meinen Wunschkurs kommen würde. Ein paar Wochen später bekam ich glücklicherweise die Zusage. Schon früh trat ich mit ein paar Teilnehmern über Social Media in Kontakt. Wir lernten uns kennen und freuten uns gemeinsam auf die Akademie. 

Dann war es auch endlich soweit und wir brachen auf. Auf der Fahrt zum Schloss traf ich immer mehr Leute, die genauso gespannt aussahen wie man selbst. Wir tauschten uns aus, verstanden uns alle auf Anhieb sehr gut, spielten lustige Spiele, und schon nach den ersten paar Minuten entstanden interessante Gespräche.

Am Internat wurden wir von den Kursleitern herzlich empfangen und trafen auf bereits angekommene Teilnehmer*innen. Wir aßen gemeinsam, konnten das Gelände und unsere Zimmer erkunden und wurden darüber aufgeklärt, wie die nächsten Wochen ablaufen würden.

Demnach würde ein typischer Akademietag wie folgt ablaufen:

07:30 – 08:20 Uhr Frühstück

08:30 – 09:00 Uhr Plenum: Besprechung und Informationsaustausch über den jeweiligen Tag

09:00 – 12:00 Uhr Kursarbeit: Jeder Kurs gestaltet die Kursarbeit individuell

12:15 – 13:30 Uhr Mittagessen

14:00 – 16:00 Uhr Kursübergreifende Angebote 

16:00 – 16:30 Uhr Getränke- und Kuchenpause

16:30 – 18:30 Uhr Fortsetzung der Kursarbeit

18:45 – 19:30 Uhr Abendessen

ab 20:00 Uhr Kursübergreifende Angebote 

Wie bereits erwähnt war die Arbeit im Kurs sehr individuell. Die Teilnehmer sollten mit unterschiedlichen Konzepten und Theorien an das wissenschaftliche Arbeiten herangeführt werden. So unterschiedlich die Kurse auch waren, zum Schluss musste eine gemeinsame Dokumentation erstellt werden, bei dem jede/r Teilnehmer*in einen Bericht zu einem kursbezogenen Thema beisteuern musste. Auch wenn vieles freiwillig und locker gehandhabt wurde, war der Besuch im Kurs, sowie das Erstellen dieser Arbeit verpflichtend. Dies bedeutete aber nicht, dass das keinen Spaß machte, im Gegenteil. In meinem Kurs konnte ich selber eine eigene Umfrage erstellen, diese durchführen und auswerten, und das alles auf Studiumsniveau. Diesen praxisbezogenen Einblick findet man nur selten im schulischen Alltag.

Die Arbeit im Kurs vermittelte sicherlich viel Wissen, allerdings waren es die kursübergreifenden Angebote, die das Akademieerlebnis prägten. Im Plenum konnten sich die Teilnehmer*innen freiwillig melden, um an einem Tag ein eigenes Angebot anzubieten. Diese Angebote gingen von Hobbys der Teilnehmer*innen, wie Ballett, Yoga, Paartanz, Malen, Volleyball, Tennis über Fremd- bzw. Muttersprachen, wie Russisch oder Chinesisch bis hin zu gemeinsam neu auszutestenden Aktivitäten, wie zum Beispiel das Impro-Theater, philosophische Diskussionen, PowerPoint- oder Disney-Lieder-Karaoke.

So konnte jede/r Teilnehmer*in sich seinen/ihren Tag ganz individuell gestalten. Manche schwammen eine Runde im großen See vor dem Frühstück, andere machten bis spät in die Nacht noch Musik oder backten zusammen Muffins. 

Es gab aber auch Aktivitäten, bei denen jede/r Teilnehmer*in mitmachen konnte, z. B. das große Sportfest, bei dem die Kurse in unterschiedlichen Disziplinen gegeneinander antraten, die wöchentliche Disco oder auch einen „Bunter Abend“, bei dem jede/r etwas mit den anderen teilen konnte, wie inspirierende Gedichte, lustige Sketchs und sehr emotionale Lieder.

All diese Aktivitäten waren nur möglich, da sich zahlreiche begabte junge Leute zusammenfanden, die so wissbegierig waren, dass das Lernen niemals aufhörte. 

Durch diese Akademie habe ich nicht nur neues Wissen erlangt und spannende Hobbys gefunden, ich habe auch einzigartige Freundschaften geschlossen.

Außerdem hat mich die Akademie gelehrt, dass ein bisschen Schlaf in einer Nacht wirklich notwendig ist, trotz der vielen spannenden Angebote. Dass morgens im kalten See zu schwimmen, mehr Disziplin erfordert, als ich am Anfang dachte und dass es Hunderte von Jugendlichen gibt, die die Welt ein Stückchen voranbringen werden.

Ich bin sehr dankbar für die Zeit während der Akademie und kann es wirklich jedem, der wissbegierig ist, mit anderen gerne zusammenarbeitet, Neues entdecken und aufgeweckte junge Leute kennenlernen möchte, weiterempfehlen.

In diesem Sinne: vielen Dank an das MGS für diese einzigartige Chance.

Emily Schön (Q2)

„Langer“ Frankreichaustausch für Jonas noch vor Corona

Leider fand ja im letzten Schuljahr zum ersten Mal seit fast 40 Jahren der Rücktausch an unsere Partnerschule Lycée Bourg-Chevreau Sainte-Anne nicht statt. Da die Fahrt bereits im März sein sollte, genau zu dem Zeitpunkt, als dann infolge Corona die Schulen geschlossen wurden, lebten die potentiellen Fahrer*innen einige Tage lang in einem Entscheidungskonflikt: Fahren wir noch? Kommen wir dann noch zurück? Im Nachhinein ist es gut, dass wir nicht gefahren sind, aber die Enttäuschung war an beiden Schulen sehr groß. Auch die intensiven Kontakte in den sozialen Netzwerken können solch eine Fahrt nicht ersetzen. Wir mussten einfach die Situation so akzeptieren.

Da hat Jonas (im Schuljahr 2019/20 in der EF) großes Glück gehabt. Er hat einen individuellen 6-Wochen-Austausch mit seiner Austauschpartnerin Lilou im Januar und Februar gemacht. Er war „normaler“ Austauschteilnehmer im vergangenen Schuljahr. Seine Correspondante war bereits zum Ende des letzten Schuljahres 5 Wochen am MGS. Dieser sogenannte „lange“ Austausch wird von den beiden Partnerschulen seit ca. 2005 angeboten. Jedes Jahr nehmen Französischschüler*innen der Stufen 9/EF daran teil, und in diesen Schuljahren ist eine Abwesenheit von der Schule ja auch gut zu verkraften.

In einem Interview (im Wortlaut zu finden auf der Homepage der Partnerschule) erklärt Jonas seine Motivation, an solch einem Austausch teilzunehmen: ein anderes Schulsystem kennen lernen, seine Sprachkenntnisse zu verbessern und in die Kultur eines anderen europäischen Landes einzutauchen. Vier Wochen lang ist er mit Lilou in die Schule gegangen (sogar einen Jahrgang höher als er in Deutschland ist), und nach ein paar Tagen schon hat sich gezeigt, dass seine Befürchtungen, nichts zu verstehen, nicht nötig gewesen sind, im Gegenteil, selbst die Schulbesuche wurden ein Genuss für ihn. Er hatte das Glück, dass seine Austauschfamilie am Wochenende und in den folgenden Winterferien sehr viel mit ihm unternahm, sogar eine Fahrt nach Paris. Außerdem hatte er die Möglichkeit, in einem Verein Fußball zu spielen.

Jonas hat im Laufe dieser sechs Wochen die Möglichkeit gehabt, Unterschiede zwischen Deutschland und Frankreich sehr deutlich zu erfahren. Er erwähnt das zentral organisierte Schulsystem mit wesentlich längerem Unterricht am Tage, aber auch eventuell längeren Ferien immer zur gleichen Zeit des Jahres, und die sehr „ausführliche“ und langsame Art, am Wochenende in der Familie die Mahlzeiten einzunehmen, was einen intensiven Gedankenaustausch und einen intensiven Genuss des Essens ermöglicht.

Nebenbei hat Jonas besonders in der Schule auch ganz viele neue Freundschaften geknüpft (s. Bild). Und wer weiß, vielleicht wird das ja Lilou auch wieder bei ihrem bald stattfindenden Aufenthalt in Schwelm am MGS tun …. 

Text: TS 22.07.2020

Foto: Anita Tromeur

Adieu Madame Thomas! Abschied vom Märkischen Gymnasium Schwelm

So hatte sich Friederike Thomas ihr letztes Schulhalbjahr am Märkischen Gymnasium Schwelm sicherlich nicht vorgestellt. Die Corona-Pandemie stellte auch sie am Ende ihrer langjährigen Schullaufbahn noch einmal vor ganz neue Herausforderungen. Aber mit der ihr eigenen ruhigen und besonnenen Art meisterte sie auch diese Krise vorbildlich. Als erfahrene Oberstufenkoordinatorin bewahrte sie einen kühlen Kopf im hitzigen Wirrwarr um die täglich variierenden Meldungen zum Corona-Abitur 2020. 

Seit 1982 unterrichtet Frau Thomas engagiert und kompetent Französisch und Erdkunde am MGS. Viele Jahre lang beriet und unterstützte sie als Ausbildungsbeauftragte der Schule den Werdegang zahlreicher Referendarinnen und Referendare. Die nach ihrem Abschluss ins Kollegium übernommenen Lehrkräfte erinnern sich gerne und mit Dankbarkeit an diese Zeit. Im Jahr 2011 wurde Friederike Thomas zur Oberstufenkoordinatorin befördert. Seitdem leitet sie absolut kenntnisreich und in allen Fragen rechtssicher das Oberstufenteam. 

Gerecht wird man Friederike Thomas allerding erst, wenn man auch ihren herzlichen und zugewandten Umgang mit der Schülerschaft in den Blick nimmt. In den vergangenen 38 Jahren begegneten ihr zahllose Schülergenerationen in Schwelm. Nicht selten traf sie auf Schülerinnen und Schüler, von denen schon mindestens ein Elternteil bei ihr die Schulbank gedrückt hatte. Ihr gutes Gedächtnis, gepaart mit ehrlichem und unaufdringlichem Interesse auch am außerschulischen Wohlergehen ihrer Schützlinge, ließ sie zum wandelnden Who‘s Who der Schule werden. 

Ihr beruflicher Ansporn stimmte mit ihrer pädagogisch verinnerlichten Motivation überein, jede Schülerin und jeden Schüler als Person wahrzunehmen und zu würdigen, für jeden die beste aller Möglichkeiten auszuschöpfen. 

So ist es nicht verwunderlich, dass dem Aufruf via Facebook, eine Grußbotschaft zur Verabschiedung von Frau Thomas zu verfassen, eine Flut von Einsendungen folgte. Neben liebevoll gestalteten Danksagungen und Glückwunschkarten, auch weit zurückliegender Jahrgänge, traf ein Video vom Lycée Bourg-Chevreau aus Segré ein. Den jährlich stattfindenden Schüleraustausch mit Frankreich hatte Friederike Thomas maßgeblich gestaltet und geprägt. Als Collage zusammengestellt soll dieses sehr persönliche Abschiedsgeschenk ihre Erinnerung an ihre Schülerschaft digital erhalten. Im Herzen trägt sie ihre Schülerinnen und Schüler ohnehin.

„Frau Thomas war sehr nett und hat uns immer gegrüßt!“ – dieses kurze Statement einer Schülerin aus dem diesjährigen Abiturjahrgang bringt es auf den Punkt: Friederike Thomas ist zu 100% schülerorientiert.

Text: Susanne Schütte-Gerold

Foto: Abiballfotografen.com

Verleihung der Abiturzeugnisse am MGS

Am Samstag stellte sich das Märkische Gymnasium Schwelm seiner letzten logistischen Herausforderung in diesem turbulenten, historisch einmaligen Schulhalbjahr. Da wegen der Hygienevorschriften auf die traditionelle Verleihung der Abiturzeugnisse in der Christuskirche verzichtet werden musste, wurde die Schule erneut kreativ und nutzte auch hierbei die in Corona-Zeiten im Eiltempo weiterentwickelte Digitalisierung.

Während die Abiturient*innen mit jeweils nur zwei Begleitpersonen in strenger Einteilung auf vier Gruppen mit begrenzter Aufenthaltsdauer an der Zeremonie im Schulgebäude teilnahmen, wurde die gesamte Veranstaltung per Livestream im Internet übertragen. Die Eventfirma mediaCrowd der beiden ehemaligen Schüler Dominik Hoffmann und Marius Eisenbraun sorgte mit technischem Knowhow und professionellem Equipment für einen reibungslosen Ablauf der Feier.

Aufgezeichnete Videobotschaften ersetzten die übliche Aneinanderreihung festlicher Reden. So fand eine virtuelle Begrüßung der im Stundentakt eintreffenden Gruppen in der Mensa durch die Stufenleiterin Sarah Fäuster statt. Die stellvertretende Bürgermeisterin Christiane Sartor übermittelte aus der wunderschönen Kulisse des Schlosses Martfeld ihre Wünsche für die Abiturientia und die Hoffnung, dass diese auch weiterhin ihrer Heimatstadt Schwelm gewogen bleiben. Auch die Schulpflegschaftsvorsitzende Heidrun Liedtke, der Schülersprecher David Rabi und die Stufensprecherinnen Sanne Schneider, Lisa König und Marina Hiege hatten ihre Grußbotschaften im Vorfeld erstellt. 

Ganz im Zeichen von Corona erfolgte eine digitale Einweisung für den vorschriftsmäßigen Einmarsch ins Atrium. Jeder der ca. 26 Abiturient*innen einer Gruppe stellte sich hinter den im Mindestabstand für ihn bereitgestellten Tisch auf, während die Gäste auf der Galerie ihre optisch abgetrennten Stehplätze einnahmen. 

Mit Gesichtsvisier und ausreichendem Abstand hielt Schulleiterin Katharina Vogt ganz analog im Atrium ihre Ansprache für die jeweilige Gruppe im kleinen Kreis, gleich einem Kammerspiel statt großem Saal. Damit nahm sie Bezug auf das diesjährige Motto ABIFLIX und verglich das Staffelfinale am MGS augenzwinkernd mit einem Drama. Zur Erklärung setzte sie hinzu, dass dieser Gattungsbegriff sowohl die Tragödie als auch Komödie beinhalte. Die Zuordnung läge ganz im Auge des Betrachters. So sei es sehr erfreulich, dass der gesamte Jahrgang trotz Lockdown und den damit verbundenen Herausforderungen das Abitur bestanden habe. Drei Schülerinnen erreichten sogar die Traumnote 1,0. Bei ihrer Überlegung, ob die momentane weltweite Krise bei den Abiturient*innen angesichts ihrer persönlichen Neuorientierung eher zu Angst, Lähmung, vielleicht auch zu Gleichgültigkeit führe oder eine Herausforderung darstelle, lobte sie den gesunden Pragmatismus der neuen Generation. Abschließend forderte sie die Abiturientia dazu auf, sich aufgrund der erworbenen Fähigkeiten mit Verantwortung in die Debatte um eine gerechtere Welt einzumischen. Gleichzeitig dürfe das Recht, nach persönlichem Glück zu streben, nicht aus den Augen verloren werden.

Da das Schulorchester den musikalischen Rahmen der Zeugnisverleihung aufgrund der Pandemie nicht in voller Besetzung gestalten durfte, war es umso erfreulicher, dass sich unter den Abiturient*innen auch 23 Orchestermitglieder befanden. Diese spielten in wechselnder Besetzung unter der Leitung von Henrik Weiß Musikstücke aus ihrem Repertoire. Außerdem bewiesen einige Abiturient*innen ihr Können in Solobeiträgen. 

Zum Abschied durften die Abiturient*innen ihre Sonnenblume, mit der jeder Einzeltisch dekoriert war, mit nach Hause nehmen. Durch sie wurde wohl so mancher wieder an seine Einschulung am MGS erinnert.

Das Abitur haben am MGS in diesem Jahr 102 Schüler bestanden:

Maya Al Masara, Ayman Al Muliki, Baris Ali, Umut Arikan, Robin Arndt, Tabea Banke, Zeynep Barulay, Angelina Baticeli, Sophia Beck Ferreira, Hannah Beckmann, Aris Besas, Julius Brüntrup, Max Burbulla, Kathi Czeranski, Kristina Dag, Annika Damer, Aylin Demirci, Jonas Diegel, Pelin Dülger, Marie Dunker Gen. Röllinghoff, Johanna Duwe, Bilal El-Kishawi, Anandbileg Enkhjargal, Leo Erne, Nils Flehinghaus, Anthony Ge, Frederick Gießwein, Laurentia Glesmann, Maximilian Griesbach, Zoe Grote, Finn Haberstroh, Wiebke Häniche, Lennart Hasenack, Annabelle Häufler, Lisa Hedtstück, Tim Hedtstück, Philippa Heinz, Anne Hesseler, Marina Hiege, Marleen Hiller, Tuyen Holländer, Linus Höller, Yaning Huang, Jonas Kämper, Yara Kämper, Emily Kappe, Olga Kierszka, Franz Kissel, Naya Knoche, Luka Kolak, Lisa König, Wilma Korioth, Sofia Kraatz, Linus Kube, Pia Küsters, Philip Lange, Daniel Lebedev, Enno Leemhuis, Anne Lettmayer, Robert Lukaszczyk, Lukas Mainka, Nico Marangi, Niklas Mattausch, Natalia Matveeva, Laura Meier, Jan Meißner, Theodor Meissner, Luisa Möcking, Jannis Müller, Josephine Müller, Julia Müller, Saskia Münchmeyer, Sina Muranko, Philipp Ortmann, Romi Otte, Maren Pöppelmeyer, Laura Reichmann, Matteo Ronsdorf, Patrick Ryppa, Lena Schilling, Finn Schlipphak, Hannah Schlüter, Sanne Schneider, Emily Schön, Lissy Schuckert, Samim Sediqi, Patrick Seip, Emma Skomoroch, Zahra Sreij, Sina Stiller, Henriette Timmerbeil, Pauline Timmerbeil, Niklas Treute, Noah Tschierse, Luis Twickler, Marc Van Bezooijen, Maineele Vering, Jana Wagener, Nils Walter-Schad, Jannes Wilkesmann, Sude Yalcinkaya

Text: Susanne Schütte-Gerold

Fotos: Marius Eisenbraun – mediaCrowd